Unten neu: Selfscanning

13. Mai 2013

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Der Schweizer Bundesrat und das Schweizer Parlament wollen mit dem Epidemiegesetz die Zwangsimpfung einführen. Deshalb aus aktuellem Anlass hier der Artikel: “Gesetze für die Pharma-Kings”!

Selfscanning

13. Mai 2013

Die Arbeitsplatzvernichter

Da stossen sie ihre Einkaufswagen durch die Gänge der grossen Supermärkte und machen dabei ganz wichtige Mienen. Denn sie sind ja auch was ganz besonderes. Ganz besonders dämlich nämlich. Mit der einen Hand halten sie ihren Einkaufszettel und schieben mit derselben Hand gleichzeitig den rollenden Warenkorb. Und in der anderen Hand führen sie das Gerät mit sich, das von ihrer aussergewöhnlichen Besonderheit zeugt: Das Gerät für das Selfscanning.

Angefangen hat es in der Schweiz vor ein paar Jahren beim Grossverteiler Coop. Den Kunden wurde damals weis gemacht, dass Sie so weniger Zeit aufwenden und nicht an der Kasse warten müssten. So gefühlte 5 % glauben den Schmarren offensichtlich und wandeln, wie eingangs erwähnt, mit dem Scanner durch die Gänge. Dass sie unterm Strich kaum Zeit sparen ist offensichtlich den allerwenigsten klar. Schaut man aber hin, wie sie die Ware aus dem Regal nehmen, dann den Scanvorgang einleiten und abschliessen um die Ware dann in den Korb zu legen, kann man schnell mal feststellen dass die Werbesprüche der Grossverteiler in Sachen Zeitersparnis, wie so oft, schlicht nicht stimmen. Man könnte auch sagen, einfach gelogen sind.

Nachdem dann der andere Schweizer Grossverteiler mittlerweile nachgezogen hat und ebenfalls im grossen Rahmen Selfscanning anbietet wie sauer Bier, habe ich mir die Angelegenheit mal etwas genauer angeschaut. Und vor allem dann auch mal mit ein paar Damen an der Kasse ein paar Worte gewechselt. Also, den Kassierinnen wurde schon mal gleich zu Anfang erklärt, dass nicht vorgesehen sei, dass ihre Arbeitsplätze eingespart werden sollten. Nein, nein und nochmals nein. Das Dumme ist nur, dass kaum 10% der Damen diesen Mist glauben. Nein, die Damen an den Kassen sind doch nicht ganz so blöde, wie das Grossverteilermanagement offensichtlich meint.

Wie war das doch noch mal mit den Bancomaten? Als diese eingeführt wurden? Da hiess es doch auch, dass keine Arbeitsplätze eingespart werden würden. Das Gegenteil war dann der Fall. Und der Beruf des Bankkassiers ist dann mehr oder weniger ausgestorben.

Aber nun wieder zurück zum Selfscanning. Nehmen wir mal die grosse Migros ganz in unserer Nähe: Also, vor dem Eingang zu den Waren ist da ziemlich gross die Anlage mit den Selfscannern aufgebaut. Allerdings, und das ist gut so, mit extrem schlechter Frequenz. Nach der Menge der Geräte zu urteilen, müsste man da eine ganze Menge Kassen nicht mehr bedienen, wenn alle Kunden, oder sagen wir mal die Hälfte der Kunden, so blöd wären und für die Migros das Selfscanning betriebe und den Kassiererinnen die Arbeit wegnehmen würde.

Aber noch ist es nicht so. Gottseidank. Noch ist es so, dass die Anzahl der Selfscanner eine extreme Minderheit darstellt. Ich will jetzt gar nichts unterstellen, aber eines ist sicher, das Selfscanning erfordert eine ganz erhebliche, weit überdurchschnittliche Ehrlichkeit. Sozusagen eine eingebaute, genbedingte Klauresistenz. Und eine enorme Aufmerksamkeit. Früher legte man die Ware ja auch einfach in den Korb.

Beim Ausgang, zwischen den ungefähr fünfzehn Kassen sind dann die Zahlautomaten für die Selfscanner installiert. Und da hängen dann immer auch ein, zwei Personen rum, die den Selfscannern helfen, damit sie beim Bezahlen keine Fehler machen. Heute helfen sie noch und machen offensichtlich auch keine Kontrollen ob auch alles, was im Körblein liegt, auch eingescannt wurde.

Aber morgen oder übermorgen, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, da werden dann hochnotpeinliche Kontrollen durchgeführt . . . So stichprobenartig. Und der Rest der Kundschaft darf dann dabei zuschauen wie die Leute blamiert werden, sollte ihnen, ob nun mit Absicht oder nicht, wer will da urteilen, ein Fehler unterlaufen sei. Der Fehler, irgend etwas nicht eingescannt zu haben.

Wie eingangs erwähnt, die, die da mit wichtiger Miene durch die Gänge schlurfen und den Damen an der Kasse die Arbeit wegnehmen, die sind sich offensichtlich nicht ganz im Klaren, dass es sich da nicht um die Zeitersparnis für den Kunden handelt. Die raffen einfach nicht, dass es hier um ein gigantisches Sparprogramm der Grossverteiler geht. Und einmal wegrationalisierte Arbeitsplätze sind für immer weg!

Zyperndonner

21. März 2013

Bank

Da machte doch der Obernuschler der EU, Jean Claude Junker, ja, das ist der, der die Schweiz am liebsten in die EU zwangseingemeinden würde, einmal folgende, verbürgte Aussage:

“Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

Diese Aussage hat zwar mit Demokratie sehr wenig und mit Diktatur sehr viel zu tun, aber das macht in der EU sowieso nichts, weil diese Union mit ihrem nicht gewählten Brüsseler Beamtenapparat schon von der Natur der Dinge her ein diktatorisches Gebilde ist.

Es gibt jedoch auch noch andere, nachdenklich stimmende Zitate aus dem EU-Raum. Da hat doch Mutti, das Merkel, das ist die beliebte deutsche Kandisbunzlerin, in einer Rede, noch gar nicht so lange her, den Hammersatz herausgelassen:

“Es muss uns erst viel schlechter gehen, bevor es uns wieder besser gehen kann.”

Nicht nur der Satz alleine hat mich fast vom Hocker gehauen sondern vor allem die Tatsache, dass damals kein Aufschrei der Empörung durch die Bevölkerung ging. Aber die Leute haben die Aussage, wie das der Obernuschler aus Luxembourg ja sagte, offenbar schlicht nicht begriffen.

Oder wenn man daran denkt, wie Mutti und Peer Steinreich vor ungefähr fünf Jahren den deutschen Sparern erklärten, dass deren Spareinlagen bis zu Hunderttausend Euro hundertprozentig sicher seien.

Und dass Mutti diese Aussage dieser Tage noch einmal öffentlich wiederholte, weil doch den Zyprioten in die Spartasche gelangt werden sollte. Und weil auch dort die Hunderttausendeurogarantie gilt, wäre das Ganze dann als Steuer betitelt worden.

Das war jedoch nicht nur mieser Stil, sondern darüber hinaus ausgesprochen dämlich. Merkte doch auf einmal jeder, der auch nur ein ganz kleines, ein klitzekleines Momentchen nachdachte, dass dann ganz schnell mal die eigenen Sparguthaben ebenfalls auf diese oberfaule Tour angetastet werden konnten und werden würden.

Auch wenn ein anderer, ungewählter Oberheini aus der EU erklärte, dass es sich in Zypern um eine Ausnahmeaktion handle und dass dasselbe derzeit für andere Länder nicht geplant sei. Das Schwergewicht in dieser Aussage ist das Wort DERZEIT: Das heisst nämlich schlicht und einfach: “Jetzt nicht, aber später!”

Nun denn, die Zyprioten gingen auf die Strasse und machten ordentlich Randale und das Parlament lehnte die Auflagen ab. Jetzt darf man gespannt sein, wie lange der angerührte Scheisshaufen weiter vor sich hin stinkt. Und ob die EU einknickt oder ob die Sparer in Zypern doch noch bestohlen werden. Von der russischen Alternative, so sie denn eine wäre, will ich gar nicht erst reden.

Und weil mir das ganze griechische und zyprische Theater vorkommt wie eine Art Hauptprobe für Italien-Portugal-Spanien-Frankreich-Deutschland habe ich geschaut, ob ich noch ein passendes Zitat dafür finde. Und tatsächlich bin ich dann fündig geworden.

Deshalb zum Schluss noch ein Satz den ich unlängst irgendwo gelesen habe und der mich, wegen seiner innewohnenden Weisheit, schwer beeindruckt hat:

“Wer sein Geld noch lange auf der Bank lässt, der schläft bald auf einer.”

Glasklares Gold

01. Februar 2013

Wasser

Da gab es mal einen Schlager, dessen Refrain lautete: “Wasser ist zum Waschen da – falleri und fallera – auch zum Zähne putzen – kann man es benutzen”. Das Ding war damals ein richtiger Gassenhauer. Auf jeden Fall grölten die Jungs auf der Strasse das seinerzeit lauthals, wann immer sie Lust dazu hatten.

Ohne Nahrung kann ein Mensch ziemlich lange, so etwa knapp 2 Monate überleben. Nach dieser Zeitspanne wird er halluzinieren und irgendwann dann ins Gras beissen, wenn er nicht endlich etwas isst. Ich hab das mit der Nichtaufnahme von Nahrung selber schon ein paar Mal jeweils über ungefähr zwei Wochen probiert. Absolut kein Problem solange man genügend Flüssigkeit zu sich nimmt. Im Gegenteil. Nach zwei Wochen ist man so richtig fit und fühlt sich sauwohl.

Mit der Luft sieht es allerdings ganz anders aus. Ohne Luft fällt bei einem untrainierten Menschen nach ungefähr 2-3 Minuten die Klappe. Aus die Maus, das war’s dann schon. Wenn man also beim Tauchen ohne Flasche irgendwo hängen bleibt, dann hat man ein echtes Problem. Aber so blöd ist ja kaum einer, dass er alleine und ohne Flasche tauchen geht. Sollte man meinen.

Und damit wären wir beim Wasser.

Wenn der Mensch kein Wasser hat, dann macht er das höchstens drei Tage. In Australien soll schon jemand, weil es sehr heiss war, nach einem Tag verstorben sein. Und es geistern auch Gerüchte herum, dass es Menschen gegeben hätte, die es schafften, sechs und mehr Tage ohne Wasser auszukommen. Doch das dürfte eher die Ausnahme denn die Regel sein. Sofern es überhaupt stimmt.

Also halten wir doch einmal gemeinsam fest: In aller Regel kann ein Mensch bis zu drei Tage ohne Flüssigkeit, ohne Wasser, auskommen und dann ist, in jeder Beziehung, “Matthäi am Letzten”. Dann haucht er sein Leben aus. Ende der Vorstellung. Amen.

Und darum ist es auch so wichtig, dass die Wasserversorgung der Menschen nicht konzernmässig kommerzialisiert wird. Dass Wasser als solches keine Handelsware ist sondern ein Menschenrecht. Nun, so dachte ich zumindest immer. Es war eindeutig so, dass das Wasser, zumindest in Europa, von den jeweiligen Kommunen für deren Bürger verarbeitet, ausgegeben und verwaltet wurde.

Irgendwann, es war wohl Anfang 2011, wurde ich darauf aufmerksam, dass die grossen Konzerne drauf und dran sind, die Wasserversorgung weltweit zu kommerzialisieren und zu privatisieren. Gleichzeitig kam der Hinweis, dass bei Arte ein Dokumentarfilm in dieser Sache gebracht würde. Es ging hauptsächlich um den Versuch, in Frankreich die Wasserversorgung zu privatisieren. Im Vorfeld der Ausstrahlung wurde von den entsprechenden Konzernen Veolia und GDF Suez, mit extrem viel Druck auf allen Ebenen versucht, zu verhindern, dass der Film überhaupt gezeigt würde.

Da wurde gar nichts, aber auch gar nichts ausgelassen. Von der direkten Ansprache bei den Verantwortlichen, den Film nicht zu zeigen, bis zu massiven Klagedrohungen war alles dabei. Dass Arte sich nicht beirren liess, spricht für die Macher des Senders. Dass sich die Filmemacher Leslie Frankie und Herdolor Lorenz ebensowenig einschüchtern liessen, sondern im Gegenteil für einen umfassenden Kinostart in 150 Städten Europas sorgten, zeigt dass sie ziemlich mutig sind. Und der Erfolg gibt ihnen recht. Bis heute haben gegen 1,5 Millionen Menschen den Film gesehen.

Da nach deutschem Recht eine Klage gegen die Filmemacher offensichtlich ziemlich chancenlos war, unterliessen die Konzernbosse das und begnügten sich mit einer Klageeinreichung gegen die französischen Filmvertreiber.

Der Film heisst und hiess “Water Makes Money”, man findet ihn im Internet, kann ihn als DVD kaufen und er ist in unzähligen Kinos gelaufen. Und Sparschweine werden mittlerweile auch bei Youtube zum Nulltarif fündig. Natürlich habe ich mir die Doku angeschaut. Und, ehrlich gesagt, ich war ziemlich schockiert. Beruhigt nahm ich zur Kenntnis, dass wegen dem Druck der Bevölkerung, beispielsweise in Paris, Berlin und anderswo die Rekommunalisierung eingeleitet werde.

Und dann war eine Zeitlang Ruhe in dieser Angelegenheit. Scheinbare Ruhe. Mediale Ruhe. Sozusagen ein Europaweiter medialer Informationsstop in Sachen Handelsware Wasser. Und damit ist nicht das Flaschenwasser von Nestle gemeint, obwohl deren Boss Brabeck der Ansicht ist, dass Wasser kein öffentliches Recht sein darf.

Nein, es geht nicht um Flaschenwasser. Es geht um das Wasser, das beispielsweise gratis aus öffentlichen Brunnen läuft. Und vor allem geht es um das Wasser das, von Ihrem kommunalen Wasserwerk geliefert, bei Ihnen zu Hause aus dem Hahnen läuft. Und es geht um das Wasser das, beispielswseise, die Bauern für ihre Tiere brauchen.

Der Refrain des im Eingangs erwähnten Schlagers ging ja so weiter: “Wasser braucht das liebe Vieh – fallera und falleri – auch die Feuerwehr, braucht das Wasser sehr”. Beispielsweise wenn Ihre Hütte am abfackeln ist oder wenn Ihre Wohnung brennt.

Wie gesagt, es war eine Zeitlang Ruhe in Sachen “Wasser ist eine Handelsware” und deshalb zu privatisieren. Scheinbare Ruhe. Mediale Ruhe. Sozusagen ein Europaweiter Informationsstop. Bis dann herauskam, dass bei der EU heimlich still und leise eine Richtlinie ausgearbeitet wurde, die nur ein wirkliches Ziel hat: in der GESAMTEN EU die Wasserversorgung zu privatisieren.

Jetzt schauen wir uns einmal, in ein paar wenige Beispielen, gemeinsam an, was so alles passiert, wenn die Wasserversorgung nicht mehr bei den Kommunen sondern bei den Konzernen liegt:

In London wurde die Wasserqualität deutlich schlechter, die Preise sind jedoch gestiegen. Und weil das Netz der Wasserleitungen alt und brüchig war, wurde nicht erneuert, das kostet ja Geld, sondern es wurde der Wasserdruck verringert. Das hatte dann zur Folge, dass den Bewohnern in höheren Wohnlagen nur noch Rinnsale aus den Hahnen liefen.

In Portugal sind die Preise um 400% gestiegen. Die öffentlichen Brunnen wurden nicht mehr mit Wasser bedient. Das Wasser wurde, obwohl immer teurer, in der Qualität immer schlechter. Und es gibt dort Menschen, die sich das lebensnotwendige, saubere Wasser sozusagen nicht mehr leisten können.

Griechenland wird derzeit von der EU ebenfalls unter Druck gesetzt, Athen und Tessaloniki sollen ihre Wasserversorgung verkaufen damit sie von den Schulden runterkommen.

Die Pariser machten, in jeder Beziehung, so schlechte Erfahrungen mit der Handelsware Wasser, dass derzeit eine Rekommunalisierung im Gange ist.

Auch in Berlin, wo die Konzerne, unter anderem RWE, mit 49% bei der Wasserversorgung beteiligt sind, wurde das Wasser zwar nicht besser, aber dafür wesentlich teurer. Dort hat eine Protestgruppe nun erreicht, dass die Verträge zurückgekauft werden. Das wird zwar ziemlich teuer, aber besser so als andersrum.

Die Liste liesse sich beliebig verlängern, aber es reicht auch so. Da gehen die Konzerne also zu den verschuldeten Kommunen und bieten denen an, dass sie ihnen ihre Schuldenlast erleichtern, indem sie die Wasser-Versorgung der Stadt käuflich erwerben. Man kann mit Fug und Recht sagen, die aqkuirieren so richtig heftig bei den Kommunen, damit die Wasserversorgung privatisiert wird und sie, die Konzerne, diese erhalten. Natürlich nicht weil sie den Menschen besseres Wasser zu günstigeren Preisen anbieten wollen. Das wird zwar behauptet, das Gegenteil ist jedoch nachweislich der Fall.

Gottseilobunddank gibt es eine europäische Bürgerinitiative in dieser Sache. Die sammeln Unterschriften. Sie haben über 800’000 bereits gesammelt. Und brauchen bis September eine Million. Unten finden Sie den Link zu dieser Initiative, dort können Sie sich informieren und wenn Sie Bürger der EU sind, auch unterschreiben.

Und nun eine Bitte: Sorgen Sie dafür, dass in Ihrem Bekanntenkreis der obenstehende Link bekannt wird. Helfen Sie mit, dass die Unterschriften zusammenkommen. Damit bei der EU umgekehrt Druck gemacht werden kann.

Und weil das Ganze eigentlich ein trauriges Kapitel ist, am Schluss noch der Auftritt von Erwin Pelzig bei “Neues aus der Anstalt”. Dann haben Sie wenigstens etwas zum Lachen auch wenn’s gar nicht zum Lachen ist.

Und falls Sie sich fragen, welche Konzerne da so mitmischen beim Kampf ums flüssige Gold:

In der Schweiz und damit natürlich weltweit, liegt Nestle schon, bildlich gesprochen, in den Startlöchern. In Frankreich sind es die Konzerne Veolia und GDF Suez, die haben natürlich jetzt schon einen Wettbewerbsvorteil. In Deutschland RWE und in England nebst vielen anderen Thames Water. Um nur einige wenige zu nennen. Alle aufzulisten wäre ganz schön langweilig. Aber Sie können sich ohne weiteres weitere Informationen in den entsprechenden Plattformen im Internet holen.

Und falls es Sie noch interessiert: Der entsprechende Prozess gegen die Film-Vertreiber in Frankreich beginnt am 14.2.2013 um 13h30 im Pariser Justizpalast. Zwei Tage vorher bringt Arte noch einmal den Film. Und wenn Sie den nicht kennen, schauen Sie doch mal rein. Sie werden staunen.

Hier gehts zur Europäischen Bürgerinitiative: http://right2water.eu/de

Und da geht’s zum sehenswerten Auftritt von Erwin Pelzig: http://youtu.be/jIhNvItGWsU

Lügner, Heuchler, Kriegsverbrecher

24. Januar 2013

Terroristen

Ja, mei. So ist das halt. Mit dem Belogenwerden. Daran habe ich mich ja längst gewöhnt. Das macht manchmal sogar Spass, wenn man belogen wird. Manchmal, nicht immer. Also das ging schon in der Schule los. Da haben uns ja die Lehrer belogen wann immer die meinten, dass wir das brauchten. Die haben uns erzählt, dass Deutschland nie, nie, nie wieder irgendwo bei irgendeinem Krieg mitmachen würde. (Na gut, vielleicht glaubten sie das ja damals.)

Und der Adennauer, der Konrad, der alte, der durch eine List, Lüge würde ich da nicht sagen, Kanzler wurde und der dann so lange Kanzler blieb bis er fast scheintot war, der hat ja auch kräftig rumgelogen. Aber der wusste das. Deshalb hat er ja mal gesagt: “Wat kümmert mich heute mein Jeschwätz von jestern”.

Wie der Kanzler wurde, das ging, wenn man dem Hörensagen Glauben schenken darf, so: Der alte Fuchs hatte alle die, die eigentlich selbst Kanzler werden wollten, zu sich in seine Villa eingeladen. Da gab es dann Kaffee und Kuchen bis satt. Und das war, direkt nach dem Krieg, wo es sozusagen nichts ordentliches gab, eine super Sache. Kaffee und Kuchen bis satt. Und dann noch ein Schnäpschen oder auch zwei oder drei.

Und als dann alle in wunderbar entspannter Stimmung waren, erklärte der Alte, dass er sich sozusagen opfern würde. Er sei alt und krank und mache es sowieso nicht mehr lange und deshalb würde er sich übergangsweise zur Verfügung stellen. Als Kanzler. Und sie könnten dann in aller Ruhe in den paar Monaten unter sich ausmachen, wer nachher Kanzler für Deutschland würde. Weil sich das so gut anhörte und weil alle so entspannt waren und der eine oder andere vielleicht ein wenig angeschnäpselt, waren sich alle schnell einig, dass man es genau so machen würde.

Es dauerte dann allerdings sehr, sehr, sehr lange bis der arme, alte, kranke, schon fast tote erste Kanzler der Bundesrepublik abdankte um sich nur noch um seine Rosen zu kümmern. Und in der Zwischenzeit geizte er nicht mit Sprüchen wie: “Ich bin froh, keine Sekunde meines Lebens ein Gewehr in der Hand gehabt zu haben”. Oder :Ich bin froh, keine Sekunde meines Lebens Soldat gewesen zu sein”. Oder: “In Deutschland wird es nie wieder eine bewaffnete Armee geben”.

Und wenn dir der Lehrer in der Schule sowas erzählt, dann glaubst du das auch. Später war’s dann anders. Plötzlich war die Rede, dass Deutschland eine Armee brauche, damit das deutsche Volk, vor den bösen Buben bewahrt bleiben würde. Die bösen Buben, das waren natürlich die Kommunisten. Die Russen einerseits und die deutschen Kommunisten auf der anderen Seite. In Dunkel-Deutschland, auch DDR genannt. Deshalb wurde dann auch die Bundeswehr gegründet. Und das war natürlich eine reine Verteidigungsarmee. Und von allem Anfang an wurde den eingezogenen Soldaten in der Ausbildung auch erklärt: Angriff ist die beste Verteidigung.

Im Nachgang wurde später dann auch die kommunistische Partei verboten. Weil die ja verfassungswidrig oder verfassungsfeindlich oder beides war und der Jürgen Trittin, der Mitglied des “Kommunistischen Bundes” war, musste sich eine neue, politische Heimat suchen. Die fand er dann auch bei den Grünen die so schön rot waren, dass seine damalige Einfärbung nicht weiter auffiel. Auffallend war dann jedoch, wie schnell sich der “Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen”, Jürgen Trittin, vom Pazifisten zum Kriegstrommler mauserte. Weil dem allerdings schon damals keiner so richtig glaubte, musste er sich seinerzeit seinen “Zivildienst” vor Gericht erklagen.

Dass ausgerechnet der “Wehrdienstverweigerer aus Gewissensgründen” nun den französischen Militäreinsatz in Mali öffentlich begrüsst, zeigt, dass er sich offenbar vom Lügenbold zum Heuchelbold mausert. Das wiederum ist auch nichts Neues, wenn man sich so die Damen und Herren Politiker anschaut. Und weil man dem Trittin Ambitionen auf das Amt des Aussenministers nachsagt, ist sein Verhalten ganz schön logisch, wenn auch ganz schön verheuchelt.

Und nun zum Mali-Krieg der Franzosen der vom Möchtegernaussenminister so freudig begrüsst wird.

Da schickt also der François, der so wunderbar unschuldig in die Kameras glubschen kann, seine Luftwaffe und seine Fremdenlegionäre nach Mali und lässt bomben, morden und befreien. Das Bomben besorgen die heldenmütigen französischen Piloten die ja nicht befürchten müssen, von irgendeiner Flak heruntergeholt zu werden. Denn das Terrorgesindel, das im Norden agiert, hat zwar jede Menge PickUps, Kalaschnikovs und so, aber keine Flugabwehrsysteme.

Also ist es relativ einfach Stadt um Stadt zurück zu erobern. Erst mal wird, “à la américaine . . .”, anständig gebombt. Dann kommen die Fremdenlegionäre und räumen auf. Unter aufräumen versteht man in diesem Fall das Säubern der jeweiligen Stadt von Terroristen. Man könnte auch sagen, die Legionäre, die zu den besten, härtesten und abgebrühtesten Soldaten der Welt zählen, jagen die Terroristen wie die Hasen. Nur ein toter Terrorist ist ein guter Terrorist. Und im Schlepptau der Fremdenlegionäre kommen nun die Soldaten der Armee von Mali. Das ist ein ziemlich übler, schlecht ausgebildeter Haufen. Und die “befreien” nun die Stadt. Sie konnten zwar gegen die Terroristen zuvor nichts ausrichten, aber jetzt, aber jetzt.

Jetzt werden einige Rechnungen beglichen und wie in jedem verdammten Scheisskrieg werden Leute umgebracht. Das ist halt so in einem Krieg. In jedem Krieg. Es gibt nun mal keinen Krieg ohne Blutvergiessen, ohne Kriegsgräuel und ohne Propagandalügen. Es gibt schlicht und einfach keinen Krieg ohne Kriegsverbrechen. WAS jedoch Kriegsverbrechen sind und was NICHT, das entscheiden dann am Schluss die Sieger. So war es schon immer und so wird es auch bleiben.

Und nun regen sich bei uns auf einmal die Qualitätsmedien auf. Nicht nur bei uns sondern überall. Sogar in Frankreich. Da ist auf einmal von Menschenrechtsverletzungen malischer Truppen die Rede. Der Internationale Strafgerichtshof hat doch tatsächlich Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen eingeleitet. Da sagt die Chefanklägerin Fatou Bensouda gemäss dem Fachblatt für mediale Heuchelei Spiegel Online: “Einige dieser Taten von Brutalität und Zerstörung sind möglicherweise Kriegsverbrechen”. Oder: “Die internationalen Verbrechen, die in Mali begangen wurden, haben das Bewusstsein der Menschheit tief schockiert”.

Und mich schockiert die absolute Verlogenheit die hinter solchen Aussagen steckt. Mich schockiert der unglaubliche Grad an Brutal-Heuchelei der hier sichtbar wird. Und letztendlich schockiert mich, wie sehr hier mit zweierlei Mass gemessen wird.

Wenn also schwarze Angehörige der Armee von Mali “ein paar” Morde begehen und Morde sind es alleweil, dann ist das eine Menschenrechtsverletzung die vor das internationale Strafgericht gehört.

Und wenn die Söldner der Fremdenlegion letztlich dasselbe tun, wenn sie am Hasenjagen sind, dann nennt man dies eine Befreiungsaktion.

Und wenn Hunderte von Menschen und darunter natürlich auch unbeteiligte Zivilisten bei der Bomberei der mutigen französischen Piloten ums Leben kommen, dann ist das keine Menschenrechtsverletzung, es ist auch kein Kriegsverbrechen sondern das nennt man dann Kollateralschaden.

Die Quadratur des Kreises

19. Januar 2013

Quadratur

Also, ganz so einfach ist das ja nicht. Zumindest nicht für mich. Aber einen Versuch ist es allemal wert. Es ist ja schon eine ganze Weile her, dass die internationale Koalition der Willigen und Billigen über Libyen hergefallen ist. Für die, die es nicht mehr wissen sollten, es war doch so, dass die damaligen Krawallmacher in Libyen, die jedoch nicht Aufständische oder Terroristen oder Mordbuben genannt wurden sondern in den hiesigen Medien als Oppositionelle, Aktivisten oder Freiheitskämpfer betitelt wurden, schlicht kein Bein an den Boden brachten.

Ja, es sah eine ganze Weile sogar so aus, dass die Gaddafis mit dem Gesindel im fernen Bengasi locker fertig würden. Aber dann tauchten plötzlich Meldungen auf, dass Gaddafi die Zivis in Bengasi von seiner Luftwafffe angreifen liesse. Dass er die Zivilbevölkerung bombardieren lasse.

Prompt tagte dann die UNO und beriet, ob man in Libyen eine “Flugverbotszone” einrichten solle. Damit die Gaddafi-Schergen nicht mehr Zivis bomben könnten. Die Vetostaaten China und Russland enthielten sich der Stimme. Ebenso die deutsche Aussenministerin Guida Schwesterwelle. Und so kam es wie es kommen musste:

Die Flugverbotszone wurde beschlossen und sozusagen unter Federführung der Franzmannen unter dem damaligen Präsidenten Sarg-Kotzi wurde dann losgelegt. Allerdings war das dann keine Flugverbotszone sondern ein lupenreiner Angriffskrieg. Alles, aber auch wirklich alles wurde angegriffen. Und so hatten die Mordbuben, äh, die Freiheitskämpfer eine Luftwaffe vom allerfeinsten und die Gaddafis ein Problem der allergröbsten Sorte. Und wie die Sache ausgegangen ist, das ist ja allgemein bekannt.

Aber wie auch immer, Libyen war befreit und die sogenannte Opposition, die Islamisten, die Guten, übernahmen das Land und seitdem herrscht dort das nackte Chaos. Und der Bevölkerung geht es ziemlich beschissen. Aber immerhin: Die Gaddafis waren weg, geflohen, umgebracht oder gefangengenommen. Dieser Tage wird ja dem einen Sohn angeblich der Prozess gemacht. Aber das ist ein anderes Thema.

Dann wollten die Guten, die Islamistische Opposition diesselbe Nummer in Syrien durchziehen. Aber nachdem die Russen und die Chinesen gesehen hatten, was die internationale Koalition unter dem Deckmäntelchen “Flugverbotszone” so alles getrieben hatte, gab es nur noch einen Weg um die Wiederholung einer gigantischen Sauerei zu verhindern: Sie legten ihr Veto ein. Und das gleich mehrfach. Sowohl von russischer als auch von chinesischer Seite wurde ausserdem glaskar und öffentlich erklärt, dass sie auf gar keinen Fall in Syrien libysche Verhältnisse dulden würden.

Und deshalb haben die Guten, die islamistischen Aktivisten, die syrischen Freiheitskämpfer die keine Syrer sind, ein echtes Problem. Sie kriegen nämlich kein Bein an den Boden sondern sie kriegen mit grosser Regelmässigkeit was mit der Keule. Und gerade weil das so ist, lügen sie das Blaue vom islamistischen Himmel herunter. Und das geht so:

Das Oberdreckschwein Assad und seine Schergen begehen Massaker. Sie bringen kleine, unschuldige Kinder um. Sie lassen die Zivilbevölkerung bombardieren. Und als Krönung des Ganzen wird behauptet, dieser Oberlump Assad setze neuerdings Giftgas ein. Jawohl.

Die Propagandaschleuder in London, diese unsägliche Lügenmaschinerie, diese permanent Lügen verbreitende OneManShow deren Schmutz von den hiesigen Medien sozusagen ungeprüft übernommen wird, sorgt täglich für neue Gräuelmeldungen. Mit der Giftgasgeschichte soll nun endlich die UNO zum Eingreifen gezwungen werden. Dumm nur, dass noch nicht einmal die Israelis dem Lügenschrott Glauben schenken.

Aber nichtsdestotrotz: Es sind die Guten, diese islamistische Opposition, diese Aktivisten, diese Freiheitskämpfer die sogar ein richtiges Gehalt bekommen. Die werden in den hiesigen Medien nicht mit dem betitelt, was sie eigentlich sind: Ein rüder Haufen ausländischer Söldner die mordend und marodierend durchs Land ziehen. Und die von ihnen begangenen Gräuel den Regierungs-Soldaten in die Schuhe schieben. Ein Teil dieser Söldner kommt aus Saudi-Arabien, war dort zum Tode verurteilt und hatte die Wahl, hingerichtet zu werden oder als Söldner in Syrien zu marodieren.

Und nun zur Quadratur des Kreises.

In Libyen waren bei den Regierungstruppen auch Tuareg. Es ist allgemein bekannt, dass diese Tuareg in der Sahara-Region beheimatet sind. Sie leben in Libyen, im Süden Algeriens, im Norden von Niger und im Norden von Mali. Die Tuareg haben mit “Staat” wenig bis nichts am Hut. Sie haben keine Ambitionen für einen reglementierenden Staat. Sie wollen nur in Freiheit und ohne Behinderung in der Sahara-Region nomadisieren. Aber es sind erstklassige Wüstenkrieger.

Und als die Sache in Libyen sozusagen gegessen war, sind diese Tuaregs weitergezogen. Allerdings nunmehr schwer bewaffnet und gut motorisiert. Und nach dem Putsch in Mali haben diese Tuareg den Norden Malis übernommen. Dummerweise kamen dann auch noch die Guten, die Aktivisten, die islamistischen Freiheitskämpfer und führten im Norden Malis die Scharia ein und begannen, das Volk zu knechten. Ausserdem drohten sie, den Freiheitskampf auch noch auf den Niger auszudehnen.

Tja, das war nun ganz und gar nicht im Sinne der Erfinder des arabischen Frühlings.

Wenn man einmal weiss, dass sich im Norden Malis und des Niger die Uranminen befinden und wenn man weiss, dass diese Uranerz-Minen durch französische Unternehmen betrieben werden dann weiss man auch, warum die Guten, die Aktivisten, die islamistischen Freiheitskämpfer auf einmal keine mehr sind. Dann wird klar, warum das auf einmal Terroristen sind. Ausländische Söldner. Mordbuben. Einfach nur Gesindel.

Allerdings, man weiss dann auch, warum die Franzmannen, diesmal unter anderer Führung aber nicht weniger bluttrünstig, ohne UNO-Gewäsch blitzartig einen Angriffskrieg vom Zaume rissen. Hätten sie nämlich zugelassen dass der Rest von Mali und danach Niger in die Hand dieses Söldnergesindels gelangt wäre, dann würden die französischen Atomkraftwerke bald einmal stillstehen und dann würden bei der Grande Nation bald einmal die Lichter ausgehen.

Mit Islamismus hat das Ganze nichts, aber auch gar nichts zu tun. Und mit Befreiung erst recht nicht. Aber endlich werden die Dinge beim richtigen Namen genannt. Jetzt sind die “Guten” auf einmal Terroristen. Aber das waren sie vorher auch schon. Wie belieben die Amerikaner manchmal zu argumentieren: “Ja, es ist ein Schweinehund, aber es ist unser Schweinehund”.

Wo gehobelt wird . . .

10. Januar 2013
Die hohe Vertreterin der EU für Aussen- und Sicherheitspolitik

Die hohe Vertreterin der EU für Aussen- und Sicherheitspolitik

Da hat doch Assad, der von seinem eigenen Volk mit grosser Mehrheit gewählte Präsident Syriens, vor wenigen Tagen eine Rede zur Lage und zur Zukunft seines Landes gehalten. Er machte einige offensichtlich wohl durchdachte Vorschläge, wie man den Aufstand der weitgehend ausländischen Söldner, in der hiesigen Medienlandschaft “Aktivisten eines Bürgerkriegs” genannt, beenden könne.

Es ging darum, wie der Frieden wieder hergestellt werden soll. Er redete unter anderem von freien Wahlen, von Referenden die abzuhalten seien und ähnlichem. Und das alles ausdrücklich unter Einbezug der “Opposition” die umgehend alles in Bausch und Bogen ablehnte. Denn deren Mantra lautet, wie unvoreingenommene westliche Beobachter unschwer feststellen können: Assad muss weg und die Scharia muss her und die Christen müssen raus aus dem Land.

Dass dieser “Oppositionshaufen” total gespalten ist, dass deren einzige wirkliche Kampftruppe sogar nach amerikanischen Massstäben eine terroristische Vereinigung ist, und dass es sich dabei um mehrheitlich ausländische Söldner handelt, die von Katar, Saudiarabien und der Türkei aus bewaffnet werden, das sei hier nur am Rande erwähnt.

Und dass diese mörderischen Söldnertruppen, die ums Verrecken die Nato in diese schmutzige Angelegenheit hineinziehen möchten, kein Bein an den Boden bringen sondern überall Schlappen einstecken müssen, scheint ebenso nebensächlich und wird in den hiesigen Qualitätsmedien auch kaum erwähnt.

Aber die Massaker, die von der “Opposition” den Regierungstruppen in die Schuhe geschoben werden, die angebliche Bombardierung der Zivilbevölkerung sowie die Bedrohung des syrischen Volkes durch Giftgas der Assad-Regierung sind keine Nebensächlichkeiten sondern faustdicke Progagandalügen um die UNO zum Einschreiten zu zwingen.

Auch die Ermordung von Christenfamilien durch die terroristischen Söldner sind keine Nebensächlichkeiten sondern traurige Tatsachen, die in den westlichen Medien gerne verschwiegen werden.

Also, Präsident Assad hält eine Rede zur Lage der Nation. Okay, mir persönlich gefällt der Mann ja rein optisch auch nicht, aber immerhin, er ist das von seinem eigenen Volk gewählte Oberhaupt des Landes. Doch die Rede war kaum gehalten, sie war sozusagen noch ofenwarm, da hat doch die “Hohe Vertreterin der EU für Aussen- und Sicherheitspolitik”, ja, die Dame die mit dem nicht vorhandenen Kinn, öffentlich erklärt, Assad müsse weg. Punkt. Er müsse auf sein Amt verzichten und Syrien verlassen. Punkt. Anders sei kein Frieden möglich. Punkt.

Woher hat die Dame eigentlich die Legitimation solche Worte von sich zu geben? Schwafelt die da im Namen der EU oder gibt sie nur ihre private Meinung zum besten? Tatsache ist doch, dass diese Lady noch nie in ihrem ganzen Leben von irgend einem Volk in irgend einer demokratischen Wahl in irgend ein politsches Amt gewählt worden ist.

Die Ernennung dieser Dame aus England kann ich mir bis heute nicht so richtig erklären. Genau so wenig wie die Kiste mit dem Belgier Rompuy, dem ebenso wenig gewählten sondern ebenfalls ernannten “Präsidenten des Europäischen Rates”.

Diese nicht gewählte, sozusagen im freien Raum schwebende Aussenministerin der EU, hat also den Magen, einen vom eigenen Volk in demokratischer Wahl gewählten Präsidenten eines anderen, souveränen Staates, zum Rücktritt von seinem Amt aufzufordern. So etwas nennt man gemeinhin Einmischung in die internen Angelegenheiten eines fremden Landes. Sowas soll sogar schon zu kriegerischen Ereignissen geführt haben. Aber damit hat das Mutterland der Lady Kinnlos in der Vergangenheit schon genügend Erfahrung gesammelt. Nicht wahr?

Aber jetzt muss ich noch ein anderes Thema im Zusammenhang mit Syrien anschneiden. Von den Medien und der UNO werden Opferzahlen genannt die nicht unbedingt glaubwürdig sind. Aber nehmen wir einmal an, es sei so. Es soll also inzwischen in diesem “Bürgerkrieg” über 60’000 Tote gegeben haben. Die Frage muss jedoch erlaubt sein, welche Toten sind das? Sind da Soldaten der Regierung gemeint, sind da arabische Zivilisten gemeint denn schliesslich stellen sie 90% der Bevölkerung. Oder sind in dieser Zahl mehrheitlich sogenannte Rebellen, Aktivisten oder wie man das Terror-Gesindel in unseren Medien zu nennen pflegt, enthalten?

Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Und wenn man auf die Soldaten der Regierung schiesst, muss man damit rechnen, dass die zurückschiessen. Das ist halt so. Stellen Sie sich einmal vor, da strolcht eine, weiss der Teufel von wem bewaffnete Söldnerbande, zusammengestellt aus diversen Nationen durch Deutschland und greift Polizei und Bundeswehr an. Und verlangt dann auch noch “Muttis” unverzüglichen Rücktritt. Die würden unverzüglich was mit der Keule kriegen. Und das zu recht und nicht zu knapp.

Und sowas ähnliches läuft derzeit in Syrien ab.

Doch jetzt habe ich noch eine andere Frage. Beim grösseren Teil der Völker, die da ruhig und gelassen zuschauen wie ein Land und seine Bevölkerung ruiniert werden, handelt es sich um Christenvölker. Ja, man kann sogar sagen, ohne das Veto der Russen und Chinesen würden dort schon lybische Verhältnisse herrschen weil ja die UNO noch so gerne eingreifen würde. Also noch einmal, beim grösseren Teil der zuschauenden Völker handelt es sich um christliche Völker. Und trotzdem hört man dann in den hiesigen Qualitätsmedien so wenig darüber, dass man den christlichen Teil des syrischen Volkes beschützen müsse?

Das sind immerhin mehr als 2 Millionen Christen denen es schlecht ergehen wird, wenn die Muslimbrüder in Syrien die Macht ergreifen würden. Warum wird das bei uns so wenig thematisiert? Sind das eigentlich Christen zweiter, dritter oder gar vierter Klasse? Oder noch schlimmer?

Ach so, jetzt fällt’s mir ein. Das sind doch gar keine richtigen Christen. Die sehen noch nicht mal richtig christlich aus. Das sind keine Katholen. Das sind auch keine Evangelen. Das sind noch nicht mal Orthodoxe. Das sind ja nur Kopten. Koptische Christen. Alles klar?

Näpfchenjäger

07. Januar 2013
Näpfchen

Näpfchen

Dem Manne ist keine Peinlichkeit zu viel. Er lässt kein Näpfchen aus. Ja, man könnte sogar sagen dass er die Näpfchen, in die er ständig tritt, richtiggehend sucht. Mit Fug und Recht könnte man sagen, der Mann ist ein “Näpfchenjäger”.

Vielleicht sollte man noch dazu sagen, dass er Sozialdemokrat ist. Allerdings muss man dann auch gleich hinzufügen, dass er eher ein Champagnersozialist ist. So nennt man Sozis, die eigentlich gar keine sind.

Wenn er bespielsweise öffentlich erklärt, dass man Weine für 7–10 Euro gar nicht trinken könne, beleidigt er schlicht die Leute, von denen er erwartet, dass sie ihn wählen. Denn die können sich in aller Regel keine Weine leisten, die 50 Euro aufwärts kosten. Er natürlich schon, denn er hat ja für das Ablesen von Reden in noch nicht mal 2 Jahren so um die 2 Millionen Euro eingesackt.

Auch als er sinngemäss die Ansicht öffentlich äusserte, dass das Einkommen eines deutschen Bundeskanzlers dem eines Sparkassendirektors hintennachhinke, war das eigentlich eine Beleidigung aller Sparkassendirektoren und gleichzeitig aller bisherigen Kanzler/innen. Aber die Sparkassendirektoren wählen den ja sowieso nicht. Und die bisherigen Inhaber des Kanzleramtes haben sich noch nie über ihr zu tiefes Einkommen beklagt.

Oder wenn er die offensichtliche Beliebtheit der derzeitigen Amtsinhaberin mit einem Frauenbonus erklärt. Man könnte glatt meinen, dass der Näpfchenjäger ein Maulwurf ist, der in Diensten der CDU/CSU dafür sorgt, dass die Wähler sich mit Grausen von der SPD abwenden und ihr Kreuz dann an einer anderen Stelle machen. Ja, das könnte man meinen.

Vor ein paar Jahren machte er sich in der Schweiz so richtig beliebt, als er sämtliche Schweizer in Globo beleidigte und was von “Peitschenknallen” und “Kavallerie” faselte.

Seitdem kursieren in der Schweiz Witze die gehen so:

Ein Amerikaner, Peitschenpeer Steinbrück und ein Appenzeller sitzen in einer Skihütte beisammen.
Der Amerikaner bestellt ein Glas “Budweiser”, trinkt es auf einen Zug aus, wirft das Glas in die Luft,
zieht seinen Revolver, zerschießt das Glas in tausend Scherben und ruft:
“Wir haben in Amerika so viel Geld, wir trinken nie zweimal aus demselben Glas!”

Das kann sich Steinbrück nicht bieten lassen, er bestellt ein Glas “Warsteiner”, trinkt aus, wirft das Glas in die Luft, schnappt sich den Revolver des Amerikaners, zerschießt das Glas und meint:
“Wir haben in Deutschland so viel Geld, wir trinken auch nie zweimal aus demselben Glas!”

Da bestellt sich der Appenzeller ein “Quöllfrisch”, trinkt aus, nimmt die Pistole des Amerikaners, knallt den Steinbrück ab und meint:
“Mer hönd i dä Schwiz so viel Schwoobe – mer suufed nie zwomool mit em glyche Schoofseckel!”

Die Aussage des Appenzellers werden Schwaben und Bayern problemlos verstehen. Aber der andere Näpfchenjäger, der bärtige Parteikollege vom Prenzlauer Berg, der würde Schwierigkeiten haben. Denn der kann ja noch nicht mal Schwaben und Bayern auseinanderhalten. Der Pflaumendatschler der. Am liebsten möchte man dem zurufen, “Pflaumendatschi ist bayrisch Du Grasdaggel Du!” Aber sowas verklemme ich mir natürlich. Von wegen “politisch korrekt” und so.

Aber zurück zum Näpfchenjäger der Nation. Der, der angeblich Kanzler werden will obwohl ihm das Gehalt dort nicht so richtig passt. Man könnte glauben, dass der die Fettnäpfe sucht weil er gar nicht Kanzler werden will. Denn dann wäre Schluss mit lustig, dann wäre es aus mit Kohle machen durch Ablesen. Und eine Million im Jahr ist besser als 18’000 im Monat. Gell, Näpfchenpeer.

Trockene Tränen

17. Dezember 2012
Augenscheinlich

Augenscheinlich

Es ist mir absolut schleierhaft, wie der Kerl gebrieft wird. Oder ob er überhaupt gebrieft wird. Oder ob er sich gar nicht briefen lässt. Dass er normalerweise auch noch den allerletzten Schrott von Telepromptern abliest, ist ja mittlerweile allgemein bekannt. Es sind meist zwei, da kann er so schön hin und hergucken, so dass das zusehende Volk meint, er spreche zu ihnen.

Nun war aber der Anlass so traurig, dass der Präsidentendarsteller für einmal auf die Telepromptermasche verzichtete und stattdessen vom Blatt ablas. Mit ernster Miene. Und dann tat er so als weinte er. Ich nenne so etwas eine gigantische, weltweite Volksverarschung. Dabei wäre es ja relativ einfach gewesen. Das lernt man sogar in Schauspielschulen. Und das wissen diejenigen, die solche Darsteller briefen. Oder sollten es wissen:

Da nimmt man ein Küchenmesser in die eine Hand, jedes andere Messer tut es natürlich auch. Und dann schnappt man sich die Zwiebel mit der anderen Hand und schneidet diese in zwei Hälften. Oder noch feiner. Jede Hausfrau, jeder Hobbykoch, Jedermann und Jedefrau die schon mal Zwiebeln geschnitten haben, wissen, was dann passiert. Da tränen die Augen dass es nur so kracht. Man weint. Ja, das wäre es gewesen. Da wäre er schon greinend ans Ablesepult gelaufen. Da wäre er so richtig glaubhaft rübergekommen.

Aber nein, offenbar war das dem dem eitlen Kerl zu viel. Zu viel Aufwand für 3 Minuten und 48 Sekunden ablesen. Da hat man ja noch ne halbe Stunde lang rote Augen. Zuerst habe ich das in den Abendnachrichten gesehen. Und gleich die Frage gestellt: “Weiss der eigentlich nicht, wo beim Menschen die Tränenkanäle sind, ist der vielleicht ein Alien?”

Und weil ich mir nicht sicher war, ob ich richtig gesehen habe, schaute ich mir das Ganze noch mal in aller Ruhe auf Youtube an. Das ging dann so:

Er liest mit gedeckelter Stimme brav vom Blatt ab. Dann, bei Minute 1:01 tut er so als weine er vor Rührung. Er geht mit dem Zeigefinger der linken Hand an den äussersten Winkel des linken Auges und tupft da hin. Sozusagen einen imaginären Tränentropfen nach oben wegtupfend. Dummerweise ist der Tränenkanal innen am Auge und nicht aussen und Tränen neigen dazu, nach unten zu laufen und nicht nach oben.

Dann schweigt er ungefähr 10 Sekunden voller Ergriffenheit. Wahrscheinlich ergriffen von seiner eigenen schauspielerischen Leistung. Das muss man schliesslich erst mal bringen, tränenlos nach oben zu weinen. Dann liest er weiter vom Blatt ab und macht bei Minute 1:19 diesselbe Geste, jedoch jetzt von der ungefähren Mitte des Auges nach aussen. Allerdings sind das verdammt trockene Tränen die er da abwischt. Wenn mir die Augen tränen, dann sieht man da was glänzen.

Diesmal dauert die Ergriffenheit lediglich ungefähr 5 Sekunden. Aber dafür schnauft er bedeutungsschwer bevor er weiterliest.

Bei 1:30 wischt er wieder genau wie bei 1:01 mit dem linken Zeigefinger den linken äusseren Augenwinkel nach oben. Und als er dann bei 1:37 direkt in die Kamera schaut, tut er das mit ausgesprochen trockenen Augen. Aber dafür schön betreten. Dann liest er wieder bis zur Minute 2:00 in kurzen Sätzen oder Halbsätzen weiter.

Plötzlich fällt ihm offenbar ein, dass er ja noch ein anderes Auge hat und dass Menschen ja in aller Regel mit beiden Augen weinen. Das tat ja sogar meine Katze selig. (Die hatte verstopfte Tränenkanäle).

Also nimmt er nun den Zeigefinger der linken Hand und tupft damit die äusserste linke Ecke des linken Auges aus. Das macht er so kräftig, dass es das trockene Lid nach hinten zieht. Dann liest er weiter seinen vorgegebenen Text ab.

Bei Minute 3:00 widerholt er die Geste von 2:00. Aber nun macht er das mit dem Zeigefinger der rechten Hand. Das ist doch immerhin mal was Anderes.

Dann, bei 3:06 wischt er, diesmal zur Abwechslung mit dem Mittelfinger der linken Hand ungefähr Augenmittig nach aussen. Als er wieder in die Kamera schaut ist immer noch alles trocken. Und nun liest er, ganz nach dem Motto “genug gewischt” doch recht zügig den restlichen Text vom Blatt ab, um dann bei 3:48 die Show zu beenden.

Und dann liest, hört und sieht man in sämtlichen Qualitätsmedien der Präsident habe vor Ergriffenheit geweint. Und dann wird die uralte Diskussion losgetreten, dass man endlich, endlich die Menschen entwaffnen solle. Vor allem die in Amerika. Dummerweise steht das dort aber in der Verfassung. Das Recht der Bürger auf das Tragen, den Erwerb und den Beisitz von Schusswaffen. Das kann man nicht einfach mit einem scheinheiligen Nichtganzvierminutenauftritt ungültig machen.

Ausserdem würde damit auch nicht ein einziger Amoklauf verhindert. Praktisch gleichzeitig wie in Amerika gab es einen Amoklauf in China. Und die dürfen dort nicht mit Kanonen rumlaufen. Denn dann wäre ja vielleicht schnell mal fertig lustig. Der vermutlich geisteskranke Mann der da wütete, hat in China ungefähr zwanzig Menschen mit einem Messer umgebracht. Man braucht nicht zwingend Schusswaffen um andere Menschen töten.

ABER: Wenn ein Volk mehrheitlich bewaffnet ist, und wenn diese Bürger im Zweifelsfall von ihren Waffen auch Gebrauch machen, dann ist es nicht ganz so einfach, denen Diktatur als Demokratie zu verkaufen. Nicht so ohne weiteres.

Und deshalb ist weltweit eine Kampagne im Gange die das Ziel hat, die normale Bevölkerung zu entwaffnen. Schon der Vater von Dschordsch Dabbelju brabbelte ja von der neuen Weltordnung. Und der nähern wir uns anscheinend mit ziemlicher Geschwindigkeit.

Ach ja, Sie wissen natürlich, von wem hier die Rede ist. Ja, es war am 14. Dezember im Weissen Haus.

Und hier könnt Ihr selber guggsdu machen:

Der Türkenruf nach Patriots

26. November 2012

Patriot Raketenabwehrsystem

Also, gut, der Kerl gefällt mir ungefähr so sehr wie seinerzeit Dschordsch Dabbelju Basch. Diesselben grundgütigen Augen, dasselbe offenene, ehrliche Gesicht und derselbe wahrheitsliebende Mund. Die öffentlichen Aussagen, die vor Ehrlichkeit nur so strotzen. Und dann natürlich die immer wiederkehrenden Bitten für dies und für das sowie die penetranten Forderungen nach dem EU-Betritt. Immer auch verbunden mit mehr oder weniger versteckten Drohungen.

Die Rede ist hier von Recep Tayyip Erdoğan. Das ist der türkische Schnauzbart, der zurzeit sowohl als Boss der Partei AKP und als Ministerpräsident der Türkei amtet.

Bevor er jedoch in diese illustren Ämter aufgestiegen ist, war er nacheinander Mitglied diverser islamistischer Parteien oder parteiähnlichen Verbindungen die allesamt im laizistischen Türkenland verboten wurden. Danach wurde er 1994 überrraschend Oberbürgermeister von Istanbul.

Während der Zeit als Bürgermeister von Istanbul hatte er mit der EU noch gar nichts am Hut. Im Gegenteil. Er war der Ansicht, die EU sei eine “Vereinigung von Christen” in der die Türken nichts zu suchen hätten.

Ebenfalls in dieser Zeit machte er in einer Pressekonferenz die Aussage: Laizistisch und gleichzeitig Moslem zu sein, das sei nicht möglich (Hem laik hem Müslüman olunmaz). Und in einem Interview mit der Zeitung Milliyet bezeichnete er sich als Anhänger der Scharia.

Nachdem dann 1998 das türkische Verfassungsgericht die Wohlfahrtspartei wegen ihrer Sympathien zum Dschihad und zur Einführung der Scharia verboten hatte, wechselte er wenig später in die Nachfolgeorganisation Tugendpartei. Und als die dann ebenfalls aus denselben Gründen verboten wurde, dauerte es nicht mehr lange und er gründete die “Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung AKP” deren Boss er noch heute ist.

Vorher wurde er allerdings noch zu 10 Monaten Haft und lebenslangem Politikverbot verurteilt. Der Grund für diese Strafe war eine Rede, in der er aus einem Gedicht zitierte: “Die Demokratie ist nur der Zug auf den wir aufsteigen bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten”.

Als er dann im Juli 1999 aus der Haft entlassen wurde, gab er den geläuterten Demokraten. Allerdings wirkt er in dieser Hinsicht wenig glaubwürdig.

Bei den Parlamentswahlen 2002 errang die Partei AKP dann einen überwältigenden Wahlsieg. Da er nach damaliger Rechtslage nicht Ministerpräsident werden konnte, machte sein Stellvertreter Abdullah Gül diesen Job und hebelte dann via Verfassungsänderung das Politikverbot aus. Nun war der Weg frei für den guten Erdoğan.

Und da sitzt er nun in seinem Regierungssessel und macht die Welt glauben, er sei ein Demokrat. Gleichzeitig zündelt er in der Gegend rum, macht die Israelis an und zeigt Gelüste, sein Kurdenproblem in Syrien mit Gewalt zu lösen. Dass er den Völkermord an den Armeniern weiterhin hartnäckig leugnet, sei hier nur am Rande erwähnt.

Selbst völlig unbedarften Leuten könnte der Gedanke kommen, dass dieser Spitzendemokrat in Sachen Syrien den Natofall herbeiführen wollte. Denn als im Juni 2012 ein türkischer Kampfjet der Marke fliegender Schrott in den Luftraum Syriens eindrang, war dies nicht nur eine Provokation allererster Güte. Logischerweise wurde die Maschine auch prompt abgeschossen. Zum Glück für alle, die noch etwas länger in Frieden leben möchten, wurde der Natofall jedoch NICHT ausgerufen. Der gilt nämlich nur dann, wenn ein Natomitglied von einem anderen Staat ANGEGRIFFEN wird. Der Angreifer war hier jedoch eindeutig die Türkei.

Es gab und gibt dort an der Grenze immer wieder mal kleinere Scharmützel zwischen der Türkei und Syrien. Da sollen auch schon mal ein paar syrische Granaten über die Grenze geschossen worden sein. Und umgekehrt natürlich auch. Wohlgemerkt Granaten, keine Raketen!

Und heute haben wir die Tatsache zu vermerken, dass das Natomitglied Türkei die Nato um Patriot-Raketen-Abwehrsysteme bittet! Zur reinen Defensiv-Verteidigung! Natürlich. Das sei die Wahrheit, die reine Wahrheit und nichts als die Wahrheit. Deutschland solle liefern. Inklusive Soldaten. Irgendjemand muss die Dinger ja bedienen können. Aber das wär’s dann schon. Denn es wurde noch nachgeschoben, dass nicht die Deutschen sondern ausschliesslich die Türken dann die Hand am Drücker hätten.

Hier ist zunächst einmal festzustellen, dass in der Nato lediglich die USA, Niederlande und Deutschland über Patriots verfügen. Des weiteren ist festzuhalten, dass die Patriots ein reines Raketenabwehrsystem sind, mit dem man keine Artillerie-Granaten vom Himmel holen kann. Das wäre ungefähr so, wie wenn man mit einem Hochpräzisionsgewehr auf Mäusejagd gehen wollte.

Aber oh Wunder. Die Nato will wohlwollend prüfen und Deutschland soll umgehend liefern. Zwar ist das deutsche Volk gemäss einer Infratest-Umfrage die das ARD-Morgenmagazin durchführen liess, mit 59% mehrheitlich dagegen. Nicht so jedoch die Mitglieder des deutschen Bundestags. Durch fast sämtliche Parteien, egal welcher Farbe, also CDUCSUSPDFDPundGrüne findet man zu dieser unverschämten, mit “defensiv” grundverlogenen Forderung Zustimmung. Die einzigen, die da nicht mitmachen, sind die “Linken” und allenfalls noch die “Piraten”. Aber die zählen ja nicht. Die sagen ja zu allem Nein.

Und schon in wenigen Wochen soll der deutsche Bundestag darüber abstimmen und Anfang 2013 soll dann geliefert werden.

Also, halten wir zum guten Schluss noch einmal fest:
1. Es handelt sich NICHT um einen sogenannten Natofall. Die Türkei ist eher Angreifer als Verteidiger.
2. Patriots eignen sich nur zur Raketenabwehr und mit gegnerischen Raketen muss die Türkei nur rechnen, wenn sie einen auf Angriff machen.
3. Deutschland soll zwar Kriegsmaterial und Personal liefern, nämlich Patriot-Raketenabwehrsysteme und Soldaten, die diese bedienen können, aber bei der Verwendung derselben nichts zu sagen haben.

Wenn man das genau ansieht, kann man nur feststellen, dass entweder die deutschen Politiker und Politikerinnen fast aller Parteien von allen guten Geistern verlassen sind oder aber dass diese Damen und Herren ihre Wählerschaft für sehr, sehr einfältig hält. Vermutlich ist das Zweitere der Fall.

Darum: Wenn man weiss, dass Patriots gegen Granatenbeschuss gar nichts ausrichten können und wenn man darüber hinaus weiss, dass es sich bei den Patriots um ein reines Raketenabwehrsystem handelt, dann liegt der Schluss nahe, dass die friedliebenden Türken vorhaben, in Syrien einzumarschieren, sich vor dem zu befürchtenden Raketenhagel mit den Patriots zu schützen und die Nato gleich noch in den darauf folgenden Krieg hineinziehen will.

Und wenn man nun den Bogen noch etwas weiter spannt und sich vorstellt, dass es gar nicht die Türken allein sind, die da am Rad drehen? Wenn man also mal annimmt, dass über diesen Umweg die Russen und die Chinesen “am Seil runter gelassen werden” sollen. Wenn, wer auch immer, so quasi hintenherum die libyschen Verhältnisse schaffen will, die bisher per Veto geblockt wurden, DANN wären wir auf dem direkten Weg in eine Sache, die weder die Chinesen noch die Russen so ohne Weiteres hinnehmen könnten. Oder würden sie doch?