
Wilde Krieger trommeln gerne
Es ist allgemein bekannt, dass die Kriegsgurgeln aus den Vergeigten Staaten gerne und öfters mal einen kleinen oder grösseren Krieg vom Zaume reissen.
Wichtig hierbei ist:
1. Der Krieg muss ausschliesslich weit, weit weg von den Vergeigten Staaten stattfinden! Möglichst so weit, dass die Bürger der Staaten gar nicht so richtig raffen, wo das überhaupt ist.
2. Das Land, das überfallen wird, muss jedenfalls wesentlich, wesentlich schwächer sein als das Land der Vereinigten Kriegsgurgeln! Kleiner, schwächer und mit keiner wirklich schlagkräftigen Bewaffnung versehen.
3. Der Krieg muss möglichst nach dem Motto des ehemaligen Verteidigungsministers Colin Powell stattfinden: “Mit einer riesigen Übermacht rein, alles kurz und klein schlagen und dann, so schnell wie es nur geht, wieder raus”. So, oder ähnlich hat er sich seinerzeit beim ersten Irakkrieg geäussert.
BEVOR jedoch die Kriegsgurgeln mit aller Macht über ein Land herfallen, muss dem DRDW, dem “Doofen Rest Der Welt”, ein ordentlicher Kriegsgrund geliefert werden. Und in dieser Hinsicht verfügt das Heimatland Hollywoods über einige recht begabte Illusionisten. Wobei ich “elende Lügner” hier gar nicht erst verwenden will.
Vielleicht erinnern Sie sich noch:
Im ersten Irak-Krieg wurde ja behauptet, dass die irakischen Soldaten in Kuwait frisch geborene Kindlein aus den Brutkästen gerissen und dann ganz brutal, durch “auf den Boden schmeissen” getötet hätten. Da war die Welt vielleicht sowas von empört und der Überfall auf den Irak klare Sache. Allerdings sind die Friedenskrieger dann etwas zu schnell wieder raus aus dem Irak und der Diktator Saddam Hussein regierte munter weiter wie wenn nichts gewesen wäre.
Nachdem dann beschlossen worden war, dass Saddam Hussein weg vom Fenster muss, wurde dann der Welt plötzlich erklärt, dass der Drecksack nicht nur Massenvernichtungswaffen wie Giftgas an seiner eigenen Bevölkerung austestet. Nein, viel schlimmer, dieser elende Schweinehund wollte doch tatsächlich die ganze Welt, darunter natürlich auch Sie und mich, mit seinen fürchterlichen Massenvernichtungswaffen beglücken. Sowas kann lebensgefährlich werden!
Und dieser Bedrohung musste natürlich unbedingt begegnet werden. Das haben die Herren “Dschordsch Dabbelju Basch” und seine Spiessgesellen schon richtig erkannt und der Welt auch wortreich erklärt, bevor sie dann tatkräftig zur Sache gingen. Über den Ausgang der Angelegenheit will ich mich gar nicht erst auslassen. Der ist ja hinlänglich bekannt. Dass dann keine rauchenden Colts gefunden wurden ist schliesslich ein völlig anderes Thema.
Weil die Kriegsgurgeln dann in Sachen Libyen die Kiste mit den Massenvernichtungswaffen nicht schon wieder aufmachen konnten, zumindest nicht so schnell, wurde dann eine farbige Revolution geschürt. Allerdings kamen die Turnschuhkrieger einfach nicht so recht vom Fleck. Und als der dortige Machthaber Gaddafi anfing zu raffen, was da eigentlich so weit weg von Tripolis los war und der Sache ein Ende bereiten wollte, war es, für ihn, zu spät. Denn mittlerweile war die Mär vom Krieg gegen das eigene Volk geboren worden.
Dem DRDW wurde diesmal klar gemacht, dass der Diktator sein eigenes Volk bombardiere, unter seinen “Söldnern” Viagra verteilen lasse, damit diese besser vergewaltigen könnten und dass zum Schutz der Zivilbevölkerung deshalb eine Flugverbotszone eingerichtet werden müsse. Und dass das ganze nicht gar so auffällig wirkte, war es die Arabische Liga, die diese Flugverbotszone von der UNO fordern durfte und natürlich auch bekam.
Nun hatten die Turnschuhkrieger eine Luftwaffe vom Feinsten, der Gaddafi-Clan ein Problem vom Gröbsten und dass bei den bärtigen Kalaschnikow-Trägern westliche Elitetruppen mit agierten, ist mittlerweile ja auch durchgesickert. Der Rest ist hinreichend bekannt.
Weniger bekannt hingegen ist hier, weil es von den Qualitätsmedien weitgehend verschwiegen wird, dass seitdem in Libyen Mord und Totschlag herrscht. Dass die Stämme sich gegenseitig bekriegen und das Land von der “Demokratie” so weit entfernt ist wie die Sonne vom Mond. Aber das spielt ja auch gar keine Rolle, Hauptsache Länder wie Frankreich und Co. können sich jetzt mit libyschem Öl zum Sonderpreis bedienen.
Zu Afghanistan will ich mich nicht weiter äussern. Schliesslich muss die Heimat ja am Hindukusch verteidigt werden, wie so ein Obersozi einmal öffentlich machte. Ja, ja, die Kriegstreiber findet man überall. Das hat mit sozialistisch, rot, grün, schwarz oder braun überhaupt nichts zu tun. Wenn man Kurzzeitverteidigungsminister ist, wird notfalls auch am Hindukusch verteidigt. Hauptsache weit weg.
Und wenn die Bevölkerung wieder mal kriegsmüde wird, erzählt man den Leuten, dass die Talibanverbrecher Mädchenschulen schliessen und 12- bis 14-Jährige an 70-jährige verdiente Krieger verheiraten. Und schon kocht die Volksseele wieder. Diesen Schweinen, diesen elenden Päderasten, muss man wirklich was auf’s Maul geben.
Dass jetzt allerdings auf einmal die Rede davon ist, dass die Soldaten aus aller Welt aus Afghanistan raus sollen, macht allerdings ein wenig hellhörig. Warum so plötzlich und für WAS um alles in der Welt braucht man die den WO? Und vor allem WANN?
Ja, da hätte ich doch glatt den Iran vergessen. Das ist das Land, wo die Amerikaner schon einmal, das weiss heute kaum einer mehr, den dortigen Machthaber austauschen liessen und durch den Schah von Persien ersetzte.
Aber seit einem Gegenputsch, viele, viele Jahre später, heisst das Land wieder Iran. Und die derzeitigen Machthaber haben mit den Vergeigten Staaten wenig bis nichts am Hut.
Da sind doch einerseits diese fundamentalistischen, fanatischen Religionsführer, die “auspeitschen”, “steinigen” und “Hände abhacken” lassen. Also, das ist ja sowas von vorgestrig. Das dürfte es ja heute gar nicht mehr geben . . .
Da ist dann auch noch dieser bärtige, bösartige Präsident Ahmadinedschad vor dem, gemäss dem Qualitätsblatt Spiegel, “die Welt sich fürchtet”. Dieser verrückte Kerl mit seinem grauslichen Bart hält immer wieder provokante Reden, in denen er die Amerikaner und die Israelis beschuldigt, den ganzen nahen Osten zum Pulverfass machen zu wollen. Was zuviel ist, ist zuviel . . .
Und vor allem ist da die Bombe. Ja, die Bombe. Nicht irgendeine Bombe, keine Tischbombe, keine Rauchbombe, keine Eisbombe sondern die Atombombe.
Und mit der bedroht der Iran vor allem die Atommacht Israel, die Atommacht USA und letztendlich den Rest der Welt. Sie und mich eingeschlossen. So wird das nun schon ziemlich lange behauptet. Und dass mit so einer Atombombe nicht zu spassen ist, das weiss die Welt allerspätestens seit Hiroshima und Nagasaki.
Ach so, der Iran hat die Bombe noch gar nicht. Na und! Was nicht ist, kann ja noch werden. Und damit das, was noch gar nicht ist, gar nicht erst werden kann, wird der charismatische, barttragende Präsident im fernen Teheran als Bösewicht dargestellt, die religiösen Führer als fanatische Halbirre und der Iran als ein Land, dass ganz aggressiv den Rest der Welt bedrohen will.
Dass der Iran, ganz im Gegensatz zur Atommacht Israel, den Atomwaffensperrvertrag unterschrieben hat, spielt da überhaupt keine Rolle. Das ist sowieso nur ein lächerliches Detail.
Deshalb wird der Iran fortlaufend mit Sanktionen belegt und das soll so schnell nicht aufhören. Die Bedrohungskulisse wird ganz massiv hochgefahren und wenn sich der Iran wehrt, wird auch das wieder als Bedrohung dargestellt.
Da hat doch die EU, auf Bitten des farbigen Friedensengels, ihre Sanktionen noch einmal, diesmal ganz entschieden, verschärft. So soll also der Iran kein Öl mehr nach Europa liefern dürfen. Natürlich nicht per sofort. Das wäre zwar logisch. Aber nein, nein und nochmals nein.
Erst ab 1. Juli dürfen die nicht mehr liefern. Denn die EU braucht Zeit, damit sie sich anderweitig versorgen kann.
Das ist ungefähr so, wie wenn ein Mann zu seinem Eheweib sagt: “Also Schatzilein, ab 1. Juli sind wir getrennte Leute. Aber bis dahin, also bis ich eine andere gefunden habe, darfst du weiterhin für mich kochen, meine Wäsche waschen und bügeln und mir in der Nacht den Hintern wärmen”. Na, Hand auf’s Herz, was wäre da wohl los?
Aber wenn nun der Iran sagt, wenn Ihr uns mit solchen Sanktionen kommt, dann kriegen alle die Länder, die für diese Sanktionen sind, nicht erst ab 1. Juli kein Öl mehr sondern ab sofort. Mal sehen, wie lustig das ist, wenn ihr an den Arsch friert.
Jaaa, wenn der Iran sowas von sich gibt, dann ist das natürlich glasklar eine Bedrohung Europas und eine Bedrohung für den Rest der Welt. Und da darf der “Nahost-Experte” Ulrich Tilgner im Fernsehen, beispielsweise in der Schweizer Tagesschau vom 29.1.12 orakeln wie das nun weitergeht. Und seine Zukunftsschau endet mit den lapidaren Worten:
“…dürfte es möglicherweise im Herbst in einen Krieg münden.”
Also, wohlan denn. Geniessen wir einen (hoffentlich) schönen, friedlichen Frühling und Sommer. So nach dem Motto:
Esst und trinkt so lang’s Euch schmeckt,
schon zweimal ist das Geld verreckt!
Und Krieg hat’s auch zu oft gegeben,
Herrgott, wir wollen doch “NUR LEBEN”!