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21. Januar 2012

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Wer mir direkt etwas mitteilen will: renitent(at)netzrosinen.ch

OK, da bin ich wieder. Die Schreibfäule dürfte kuriert sein, aber die Kreativität ist noch nicht so, wie ich es gerne hätte. Derzeit macht mir ein Jetlag der gröberen Sorte zu schaffen. Und da ich nicht schreibe nur damit geschrieben ist (das überlasse ich gerne den LohnSchreibKnechten der sogenannten “Qualitätsmedien”) wird es noch ein paar Tage dauern, bis hier ein neuer Text steht.

Ach da wäre noch was: Diese Seite ist werbefrei und das soll so bleiben. Deshalb gehe ich auf diverse Link-Tausch-Angebote, seien das nun Muskelaufbauseiten, Erektionsproblemlöseseiten oder sonst irgendwelche mehr oder weniger windige “Qualitätsanbieter”, gar nicht erst ein. Keine Antwort ist in diesem Fall auch eine Antwort. Gelle.

Bis bald in aller Freundschaft: Renitent

Der Wetterfrosch, die Idioten und die Nazis

08. November 2011

Narren, alles nur Narren

Es ist hinlänglich bekannt, dass sich der ehemalige Wetterfrosch Jörg Kachelmann mit abschätzigen Äusserungen über Chemtrails im allgemeinen und über diejenigen, die an Chemtrails glauben (oder deren Möglichkeit zumindest in Erwägung ziehen), im Besonderen, auslässt. Und das nicht nur ein wenig und leise sondern ziemlich heftig und ziemlich laut.

Dass er dabei vor beleidigenden Rundumschlägen nicht Halt macht, will so gar nicht zu dem charmanten Wetterfrosch passen, der er war, bevor er mit den Männchen an den Zellenwänden Bekanntschaft machte. Allerdings gerät ihm sein Steigerungslauf in Sachen Chemtrails offensichtlich dermassen aus dem Ruder, dass man sich fragen muss, was bezweckt er eigentlich damit?

Will er sich auf diese miese Tour wieder zurück ins öffentlich-rechtliche Fernsehen mogeln? Hat er persönlich etwas gegen Andersdenkende? Glaubt er gar wirklich an das, was er da verbreitet? Oder ist er schlicht und einfach nur gekauft worden, um diejenigen, die an Chemtrails glauben und dies auch verbreiten, in eine Ecke zu stellen, in der sich niemand, gar niemand wiederfinden will?

Denn wenn man einmal weiss, wie es funktioniert, wenn Personen oder ganze Personengruppierungen unglaubwürdig gemacht werden sollen, dann macht die Kachelmannsche Verunglimpfungstour plötzlich Sinn.

Ein Gericht in Berlin hat dem ehemaligen Wetterfrosch nun per einstweiliger Verfügung verboten, seine Sprüche so wie kürzlich geschehen, auf seinem You-Tube-Kanal zu verbreiten.

In einer neuerlichen Ansprache hat der Kurzzeitknasti nämlich erst einmal alle diejenigen, die auch nur annäherungsweise daran denken, dass an Chemtrails was dran sein könnte, kurzerhand und in globo schwer beleidigt. Er nannte sie gleich Eingangs Chemtraildeppen und Chemtrailidioten. Nun, das ist eine üble Beleidigung die sogar strafbewehrt ist. Wenn Sie irgendjemand, den Sie gar nicht kennen, einfach Depp und Idiot nennen, und wenn derjenige Sie dann anzeigt, dann gibt es was mit der Keule. Und das in aller Regel nicht zu knapp.

Aber Idioten und Deppen im Zusammenhang mit Chemtrails waren eigentlich nur die Appetithäppchen der Verunglimpfungsansprache. Der Hauptgang war dann so richtig deftige Kost: In der kurzen Zeit von knapp zweieinhalb Minuten hat es der ehemals so eloquente Wetterbabbler fertig gebracht, gegen 10x (!!!) zu äussern, dass es sich bei diesen Leuten nicht nur um Deppen und Idioten handele sondern zu 80% um Nazis, die mit derartigen Behauptungen den Rechtsstaat bedrohen.

Wohlgemerkt, nicht 1x, oder 2x sondern so gegen 10x ! Wenn nun ein normaler, unbedarfter Zeitgenosse dieses Video anschaut, dann passiert in aller Regel folgendes: Da nicht irgendein unbekannter Typ derartige Behauptungen aufstellt, sondern ein ehemals sehr bekannter und auch beliebter TV-Wetterfrosch, also jemand der auf diesem Gebiet, nämlich der Meteorologie, anscheinend über gewaltige Kompetenz verfügt, werden seine Aussagen glaubwürdig.

Durch die ständige Wiederholung seiner Behauptung, das seien zu 80% Nazis, die Derartiges behaupten und weiterverbreiten, wird jeder, der an die Möglichkeit von Chemtrails glaubt und wagt, weiter zu erzählen, dass irgendwelche Flugzeuge Irgendetwas in die Luft sprühen, sofort, zum Verschwörungstheoretiker und üblen Nazi ernannt. Er wird also von der Deppenecke direkt in die Naziecke der Holocaustleugner gestellt. Und wer will schon in dieser finsteren Ecke landen?

Diese Art der Verleumdung und Verunglimpfung funktioniert in der Regel immer. Sie funktioniert beispielsweise auch in die Richtung Kinderschänder, Vergewaltiger oder Terrorist. Wenn etwas Unwahres lange und oft genug behauptet und wiederholt wird, dann wird es bei der breiten Bevölkerung langsam aber sicher als “wahr” angenommen.

Das funktioniert immer und das wussten schon Göbbels und seine Propagandaheinis. Und das wissen beispielsweise auch unsere kriegslüsternen Freunde in den Vergeigten Staaten. Die Beispiele Afghanistan = Terroristen, Irak, = Massenvernichtungswaffen und Libyen = Schutz der Zivilbevölkerung sind nur einige aus der letzten Zeit. Und dass jetzt gerade wieder einmal ganz massiv gegen den Iran gehetzt wird, ist nur schwer zu übersehen.

Aber zurück zu unserem nicht mehr ganz so charmanten Wetterfrosch, seinen Chemtraildeppen, Chemtrailidioten und seiner Nazitheorie.

Es ist noch nicht sooo lange her, vielleicht etwas über ein Jahr, da fuhren meine Angetraute und ich in das schöne Emmental. Es war ein absolut strahlender Sommertag. Der Himmel war so blau wie nur was. Wir hatten etwas zu erledigen und wollten dann noch eine Wanderung machen. Schon bei der Hinfahrt fiel uns auf, dass drei Flugzeuge ziemlich merkwürdige Flugbewegungen machten. Sie flogen, man könnte sagen, schachbrettartige Muster an den Himmel. Und immer wieder wurde der Abgasstrahl für eine kurze Zeit ungefähr doppelt so dick. Man sah, dass da eindeutig etwas versprüht wurde.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Chemtrailtheorie eher belächelt, fand sie wenig glaubwürdig und vor allem fand ich sie nicht logisch. Wenn die den Himmel zusprühen, dann betrifft das doch alle, dachte ich.

Doch nun sahen wir mit eigenen Augen, dass da Flugzeuge und zwar keine Linienflugzeuge, auch keine Hobbyflugzeuge, seltsame Muster in den Himmel malten und dass dieser in kürzester Frist nicht mehr strahlend blau war sondern nur noch eine graue Suppe. Wären wir nicht zu zweit gewesen, hätten wir wohl an unserem Verstand gezweifelt.

Und nun frage ich den Wetterfrosch: “Sind wir bloss irregeleitete Deppen? Sind wir vollkommene Idioten?” Oder sind wir jetzt böse, böse Nazis die dem Rechtsstaat, welchem auch immer, an den Kragen wollen?”

Erinnerungen

26. Oktober 2011

Rosen, Tulpen, Nelken, alle Blumen welken, nur das eine Blümlein nicht ...

Wie war das eigentlich noch einmal genau mit Afghanistan, dem Irak, jetzt Libyen und demnächst vielleicht dem Iran?

Fangen wir also mal ganz vorne an: Afghanistan wurde doch von der “internationalen Gemeinschaft” überfallen, weil angeblich 19, grösstenteils saudiarabische Terroristen mehrere amerikanische Verkehrsflugzeuge entführt haben sollen und diese dann in die TwinTowers sowie ins Pentagon flogen. Es ist erstaunlich, dass nicht die ganze Welt glaubte, was da aufgetischt wurde obwohl doch die gesamten “Qualitätsmedien” dieser Welt brav und mit ständigen Wiederholungen immer und immer wieder die offizielle Version der Ereignisse mitteilten.

Obwohl jeder, der nicht die offizielle Version glaubt und öffentlich seinen Unglauben äussert, sofort als Verschwörungstheoretiker gebrandmarkt wird, ist es nicht unangebracht, einige Zweifel am damaligen Ablauf der Dinge zu äussern.

Man muss nämlich einerseits den Hut ziehen vor den Pilotierfähigkeiten der Terroristen, die waren ja schon Extraklasse. Mit so wenig Ausbildung so treffgenau in die Türme fliegen, das kann nicht jeder.

Auch vor der Flugkunst des Piloten, der seine Maschine ins Pentagon steuerte, kann man sich nur ganz, ganz tief verneigen. Mit einer dermassen grossen Flugmaschine ein derartig kleines Loch in derartiger Tiefe, nämlich knapp über dem Boden, ins Pentagon zu fliegen, das ist nicht nur einfache Fliegerei, das ist Flugkunst vom Feinsten, wenn nicht gar Flughexerei. Vor allem wenn man bedenkt, dass nichts, aber auch gar nichts von dem riesigen Flugzeug übrig geblieben ist.

Darüber kann man glatt vergessen, dass noch ein Stümper dabei war, der sein Fluggerät irgendwo senkrecht in den Boden setzte. Aber immerhin, auch er schaffte es, das so hinzukriegen, dass wenig bis nichts davon übrig blieb.

Man muss aber auch andererseits den Hut ziehen, vor den kriminologischen Fähigkeiten der amerikanischen Ermittler. Schon wenige Tage nach der schlimmen Tat konnten sie der Welt nicht nur mitteilen, dass es sich um 19 Terroristen handelte, die grösstenteils aus Saudi-Arabien stammten. Die Herren Terroristenfahnder verfügten da sogar schon über Fotos dieser Lumpen. Aber das Sahnehäubchen dieser Fahndungsorgie war die Tatsache, dass sogar der Pass eines der Piloten unversehrt in den Trümmern der Türme gefunden wurde. Da kann man nur ehrfurchtsvoll und staunend sagend: “Hut ab”!

Dass dann nicht Saudi-Arabien überfallen wurde sondern Afghanistan, weil von dort aus die Planung gemacht worden sei, nämlich von den bösen, bösen Taliban, ist zwar nicht so leicht verständlich, aber unsere amerikanischen Freunde werden wohl gewusst haben, was sie und die Nato da anstellten. Denn immerhin wurde ja sofort nach den Attentaten der Nato-Bündnisfall ausgerufen. Und deshalb sind immer noch unter anderem deutsche Soldaten in Afghanistan in Kampfhandlungen mit oft tödlichem Ausgang verwickelt.

Und wie genau ist das eigentlich gegangen mit dem zweiten Krieg gegen den Irak? Da war doch dieses Land mit seinem Diktator Saddam Hussein, mehr oder weniger geschwächt und erledigt. Aber da wurde der Welt nicht nur erzählt, dass dieser Stinkstiefel mit Hochdruck an Massenvernichtungswaffen arbeiten lasse. Nein, da wurde sogar erzählt, dass der böse, böse Diktator diese schon besitze und die Absicht habe, dieselben dann gegen den Westen einzusetzen.

Diese Geschichten, die unter anderem abgestützt wurden durch Lügen eines Tony Blair aus England und Colin Powell, des schwarzen Verteidigungsministers der Vergeigten Staaten von Amerika, der sogar eine Ampulle in die Kameras hielt und behauptete, sie enthalte Anthrax. Die Kiste mit den Massenvernichtungswaffen des irakischen Präsidenten wurde dann gebetsmühlenartig so lange wiederholt, bis der grössere Teil der Weltbevölkerung diesen Unsinn als Wahrheit akzeptierte und die Koalition der Willigen und Billigen ungehindert zum Überfall auf den Irak schreiten konnte.

Als der Irak dann “befriedet” war, kam dann heraus, dass nichts, aber auch gar nichts von den Massenvernichtungswaffengeschichten wahr war, dafür alles, aber auch wirklich alles mächtig gelogen. Nur nützte das den unzähligen toten Irakern nichts und Saddam Hussein und seine Spießgesellen wurden ja bekanntlich aufgehängt. Man kann das Ganze auch Demokratisierung nennen.

Ja, und wie ist es nun mit Libyen gelaufen. Blödsinnigerweise konnte ja die Kiste mit den Massenvernichtungswaffen nicht noch einmal aufgemacht werden, weil der mittlerweile mausetote Muammar Gaddafi öffentlich eben denselben abgeschworen hatte. Also war da nichts mit der Suche nach dem rauchenden Colt. Aber irgendwie musste der Scheisskerl weg.

Hatte der doch die Frechheit besessen, öffentlich bekannt zu geben, dass er das libysche Öl nicht mehr gegen Dollars verkaufen wolle. Ausserdem hatte er in der Wüste ein unfassbar grosses Wasserreservoir aufgetan um das Wasser mit gigantischen unterirdischen Verbindungsstrassen dort hin bringen lassen, wo es nützt. Ausserdem betrieb er noch die Schaffung einer goldbasierten Währung, des Golddinars.

Je, nun. Wenn du pleite bist, aber dein Metzger, dein Bäcker und dein Lebensmittelhändler nur noch Gold als Zahlungsmittel akzeptieren wollen, dann kommen hungrige Zeiten. So etwas kann man sich nicht gefallen lassen. Weil jedoch die Geschichte mit dem rauchenden Colt nicht ging, fiel den Strategen etwas Neues ein. Das nannten sie “arabischer Frühling”. Sie organisierten einen Aufstand im fernen Bengasi. Das war so weit weg von Tripolis wie nur irgend etwas in Libyen.

Bis die Armleuchter vom Gaddafi-Clan rafften, was da ablief und den “Volksaufstand” logischerweise niederschlagen wollten, war es zu spät. Denn mittlerweile hatte die Arabische Liga von der UNO eine Flugverbotszone zum Schutz der Zivilbevölkerung verlangt und auch erhalten. Damit hatten dann die “Turnschuhrebellen” aus Bengasi eine Luftwaffe vom Feinsten und die offizielle Regierung von Libyen ein gröberes Problem.

Dass bei der ganzen miesen Tour unglaublich viel Schaden angerichtet wurde und jede Menge Zivilisten ins Gras beissen mussten, ist ja trotz der, in dieser Hinsicht sehr zurückhaltenden, Berichterstattung der westlichen “Qualitätsmedien” hinlänglich bekannt.

Die Tatsache, dass auf der Seite der am Boden kämpfenden sogenannten Befreiungsarmee auch illegalerweise und durch keinen UNO-Beschluss gedeckt, Elitetruppen aus Natoländern mitwirkten, wird ebenfalls so langsam bekannt.

Und dass Muammar Gaddafi und sein Sohn Muttasim lebendig gefangen genommen wurden um dann einfach wie räudige Hunde erschossen, sprich ermordet zu werden, ist durch die vielen Videos im Internet bewiesen und kann daher auch nicht mehr in Abrede gestellt werden.

Was mit Saif al-Islam Gaddafi ist, dem letzten Sohn der sich noch in Libyen befinden soll, da weiss man nichts Genaues. Aber der könnte durchaus noch für unangenehme Überraschungen sorgen. Denn wenn die libysche Bevölkerung demnächst rafft, dass sie vom diktatorischen, jedoch einigermassen warmen Regen in die neue, eiskalte islamische Traufe gekommen sind, könnte es durchaus noch einmal eine Rebellion, jedoch diesmal mit umgekehrten Vorzeichen geben. Könnte.

Tja, und nun zum Iran, dem Land mit den drittgrössten Erdölreserven weltweit:

Jahrelang wird da schon durch die “internationale Gemeinschaft” und die westlichen “Qualitätsmedien” gezündelt. Da werden Reden und sonstige Aussagen des Präsidenten Ahmadinedschad bewusst falsch übersetzt und dann in den Medien ebenso falsch als Wahrheit verbreitet. Dummerweise gibt es jedoch Leute, die dann eben diese Aussagen korrekt übersetzen und da stellt sich halt oft heraus, dass eigentlich das Gegenteil von dem gesagt wurde, was der hiesigen Bevölkerung serviert wird.

Oder die sogenannten Angstmacheinblendungen nach amerikanischem Muster. Da ist beispielsweise ein bekanntes deutsches Nachrichtenmagazin in dessen Onlineausgabe monatelang so ein übles Ding geschaltet war. Jedesmal, wenn ein Artikel angeklickt wurde, der irgendetwas über den Iran enthielt, war über dem Artikel ein Banner geschaltet: Da war ein mieses Foto des iranischen Präsidenten drauf, garniert mit der Werbezeile: “Der Mann vor dem die Welt sich fürchtet”.

Der Versuch, im Iran eine “farbige Revolution” durchzuführen ist ja, bekanntermassen, kläglich gescheitert. Und einen “arabischen Frühling” mit “islamischem Erwachen” kann man dort ebenfalls nicht durchziehen, denn erstens ist die dortige Bevölkerung mehrheitlich nicht arabisch sondern persisch und zweitens sind die da unten schon dermassen islamisch, islamischer geht’s gar nicht mehr.

Auch die immer wiederkehrenden Behauptungen, der Iran plane nicht Kernkraftwerke zu friedlichen Zwecken sondern um Atombomben zu bauen, will irgendwie nicht greifen. Die Weltbevölkerung glaubt nicht mehr unbesehen, was ein paar unsaubere Politiker so daherlügen. Also muss was anderes her. Etwas Kräftiges. Etwas das man den empörten Massen so serviert, dass die das willig fressen. Aber was, das ist hier die Frage.

Können die Strategen wieder was neues, überraschendes aus dem Hut zaubern? Yes, we can! Hollywood lässt grüssen. Allerdings ein Hollywood der alleruntersten Schublade. Oder anders formuliert, dümmer geht’s nimmer:

Da ist also ein mehr oder weniger erfolgloser Autohändler iranischer Abstammung der schon jahrzehntelang mit amerikanischem Pass in den Vergeigten Staaten lebt und der soll ein Attentat auf den Saudi-Arabischen US-Botschafter geplant haben. Zu diesem Zwecke hat ihm die iranische Regierung als Anzahlung 100’000 Dollar überwiesen. Dass das wegen der Restriktionen technisch nicht geht, ist vollkommen nebensächlich. Sowas hinterfragt ja eh kein Mensch.

Nun hat der US-Iraner also die hundert Riesen. Damit fährt er nun nach Mexiko um Kontakt mit dem mexikanischen Drogenkartell aufzunehmen, damit die ihm den oder die Killer liefern. Dass sein Kontaktmann nun ausgerechnet einer ist, der unter anderem für den amerikanischen Geheimdienst arbeitet, ist ja wirklich ein ganz, ganz krasser Zufall mit der mathematischen Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns. Wenn überhaupt.

Dass diese Story sogar ein ehemaliger amerikanischer Geheimdienstmann für ausgemachten Blödsinn hält und dass die Vergeigten Staaten ausser dem angeblichen “Geständnis” des US-Amerikaners iranischer Abstammung über keinerlei harte Beweise verfügen, hält den Friedensengel, der die Staaten derzeit präsidiert, jedoch nicht davon ab, von Europa und dem Rest der Welt zu verlangen, noch mehr und noch stärkere Sanktionen gegen den Iran zu verhängen.

Dass jedoch sowohl die USA, Saudi-Arabien als auch Israel gleichermassen behaupten, das geplante “Attentat” müsse aus obersten Regierungskreisen Irans, allenfalls sogar der religiösen Führung kommen, riecht verdammt nach allerübelster Kriegstreiberei.

Der hinter dem Schalter

28. September 2011

Am Golde hängts, zum Golde drängts

Es muss so um die dreissig Jahre her sein. Vielleicht sogar etwas mehr. Es war die Zeit, in der ein Paul C. Martin und seine Spiessgesellen die damalige Bundesrepublik Deutschland in den Staatsbankrott schreiben wollten. Das grosse Ziel hat Paul C. zwar bis heute nicht erreicht, aber immerhin, seine Bücher haben sich sehr gut verkauft. Und das ist doch auch schon etwas.

Es war damals ähnlich wie heute, nur nicht ganz so schlimm. Die Staaten machten schon damals Schulden auf Teufelkommraus und die Goldpropheten hatten Hochkonjunktur. Und mit ihren rigorosen Sprüchen und Angstmachereien jagten sie damals das Gold auf über 650 Dollar die Unze. Das war wohlgemerkt vor ungefähr dreissig Jahren.

In Seminaren aller Art wurde nicht nur der Seminarstoff feilgeboten sondern gleichzeitig auch teilweise übelste Angstmacherei in Sachen Staatsbankrott betrieben. Ich erinnere mich noch sehr gut daran, weil ich auch in so einem Seminar war, in dem neben dem zu vermittelnden Stoff auch das hohe Lied des Paul C. gesungen wurde.

Das Seminar plätscherte so vor sich hin und damit es etwas unterhaltsamer wurde, liess sich der Seminarleiter dazu hinreissen, eine halbe Stunde auf Angstmache umzuschalten. Er erklärte den Seminaristen, dass sie allesamt ihr Erspartes verlieren würden, sollten sie dieses nicht unverzüglich in Gold anlegen.

Und dann sagte der Seminarleiter den Satz: “Wenn Sie zur Bank gehen und von dem Mann hinter dem Bankschalter beraten werden, glauben Sie ihm kein Wort. Wenn er nämlich von dem, was er sagt, genügend verstehen würde, dann stünde er nicht hinter sondern vor dem Schalter.” Der Satz war Klasse und es gab ein grosses Gelächter.

Allerdings machte der Mann vorne dann weiter mit seinem brandschwarzen Szenario und empfahl allen, die Bücher des Herrn Martin zu lesen und danach zu handeln.

Da relativ viele Unternehmer in dem Seminar waren, die durchaus in der Lage waren, ihr Geld in Gold anzulegen, sah man auch relativ viele ernste, angespannte Gesichter. Ein paar gingen sogar in jeder Seminarpause zur Bank rüber, um zu schauen, was der Goldkurs so mache. Ja, und der lag da, wie schon eingangs erwähnt, um die 650 Dollar die Unze und es war die Rede davon, dass er demnächst bei 800 Dollar ankommen werde.

Jeder, der sich damals an die Prophezeiungen des wirtschaftlichen Unterganges, des Staatsbankrotts und des sicheren Hafens Gold hielt und sich dasselbe in grösseren Mengen besorgte, um es zu Hause einzulagern, erlebte dann jedoch einige Überraschungen.

Der Goldkurs ging nämlich erst einmal im freien Fall den Keller runter. Er hat sich dann zwar wieder erholt, aber nur ganz langsam. Im Jahre 2001 war er dann bei ungefähr 250 Dollar die Unze. Danach stieg er kontinuierlich wieder an, bis er, nach einem kürzlichen Zwischenhoch von ungefähr 1900 Dollar auf dem heutigen Stand von ungefähr 1650 Dollar die Unze ankam.

Wenn man sich den Jubel der Goldanhänger von heute anhört, dann kann man sich allerdings nur wundern. Da sind schliesslich sehr viele Wirtschaftsfachleute darunter. Auch der Paul C. hat ja einen Doktortitel. Allerdings gelten Doktortitel seit Gutti nicht mehr so viel wie auch schon. Aber immerhin sollte man doch meinen, dass die Damen und Herren der sogenannten Wirtschaftselite, die einfache Kunst simplen Rechnens beherrschen.

Aber offenbar ist dem nicht so. Denn wenn die Leuchten der Wirtschaft den Goldkurs Kaufkraftbereinigt berechnen würden, müssten sie ja feststellen, dass so gesehen der Kurs gar nicht so hoch ist, wie er dargestellt wird. Denn die 650 Dollar von damals entsprechen 1500 – 1800 Dollar von heute. Und da ist zum Jubeln kaum gross Anlass. Vor allem, wenn man bedenkt, dass dieses Gold dreissig Jahre lang im Keller oder sonstwo eingelagert war.

Aber wie auch immer, es gibt da eine alte Spekulantenweisheit: “Wenn Hausfrauen, Schuhputzer und Taxifahrer anfangen, mit ihrem Ersparten in Spekulationsgeschäfte einzusteigen, dann ist es allerhöchste Zeit auszusteigen, weil dann die Blase bald platzt.” Womit ich nichts, aber auch gar nichts gegen diese ehrbaren Berufe gesagt haben will !!!

Wenn man weiss, dass Gold seit Monaten von Boulevardblättern für “Otto Normalverbraucher und Lieschen Müller” als sinnvolle Anlage für ihr Erspartes empfohlen wird und wenn man davon ausgehen kann, dass die echten Spekulations-Profis demnächst aus diesem Markt aussteigen oder, so wie George Soros, schon ausgestiegen sind, dann ist klar, warum die Gold und Silberkurse derzeit sinken. Nicht klar ist, wie weit, weil nicht abzuschätzen ist, wie stark die auf “Papiergold” basierende, kreditfinanzierte Goldspekulation bei panikartiger Kontraktglattstellung den Markt beeinflussen wird.

Wenn es so wie vor dreissig Jahren kommt, dann verlieren Lieschen Müller und Co. ganz schnell ihr Erspartes. Denn sie sind die ersten, die dann entsetzt zur Bank rennen und ihre “Vreneli” und “Krügerlein” egal zu welchem Preis zurücktauschen, weil sie nicht wissen, dass man physische Gold und Silberanlagen nur zur langfristigen Vermögensabsicherung betreiben soll.

Und die Profis schauen sich das gelassen an und steigen wieder ein wenn der Kurs tief genug gefallen ist. Genau wie beim Aktienmarkt und anderen Spekulationsformen. Und dass die Spekulationsprofis auch ungeniert an den Kursen herummanipulieren ist eigentlich schon Allgemeinwissen. Doch in der Panik zählt das nicht.

Die Angstmacher

14. September 2011

Entrückung des Elias (Johann Engster 1918-1984)

Die vielen Millionen Fernsehzuschauer die zu Hause vor ihren Bildschirmen sassen, sahen zuerst eine Totale des bekannten Stadions. Danach wurden die beiden Mannschaften vorgestellt. Während dieser Vorstellung nahmen die TiWi-Zuschauer einen Sekundenbruchteil so etwas wie einen Pilz wahr. Und dann sahen sie gar nichts mehr. In der Zwischenzeit flog das weltbekannte Stadion mit dem Sportpersonal, sämtlichen Zuschauern inklusive den Fernsehteams und deren Gerätschaften in die Luft. Im Umkreis von mehreren Kilometern um das Stadion herum lag alles in Schutt und Asche.

So oder ähnlich waren die Scenarien, die vor der Damenweltmeisterschaft im Frauenfussball auf unzähligen Webseiten dargestellt wurden. Da wurden in Massen Videos eingestellt, die haargenau erklärten, warum es genau so kommen würde. Und wenn es den Seitenbetreibern teilweise zu wenig war, nur das Video zu zeigen, entblödeten sie sich nicht, auch noch seitenlange Episteln darüber auf ihren Seiten zu bringen.

Gottseilobunddank oder Dank an wenauchimmer, ist es dann doch nicht soweit gekommen. Aber so hätten sie es gerne gehabt. Zumindestens haben sie auf diese oberfiese Tour Tausenden von Internetnutzern kräftig Angst eingejagt. Jede Menge Angst. Tag für Tag.

Ja, es ist schon eine Last mit der Lust am Untergang. Leider gibt es aber zu viele von denen, die diese Angst vor dem Untergang kräftig schüren. Und da machen die vor gar nichts halt.

Da gibt es solche, die seit Jahren den Untergang der Währung propagieren. Was heisst hier eigentlich der Währung. Währungen muss das heissen. Der Dollar geht den Bach runter, der Euro wird verrecken, der Yen explodiert und der Schweizerfranken wird kaputtspekuliert. Einzig Gold und Silber werden überleben. Wohl dem, der es hat. Der kann ja dann versuchen, davon abzubeissen.

Dann gibt es solche, denen die Kiste mit der Währung nicht ausreicht. Die faseln dann gleich vom endgültigen Untergang der Welt. Sie sind sich sogar sicher, dass es im Jahre 2012 sein wird. Diese Propheten berufen sich auf den sogenannten Majakalender. Und laut dem wird es uns Ende 2012 böse erwischen. Alle. Oder fast alle. Dass es ernst zu nehmende Forscher gibt, die davon ausgehen, dass unsere Zeitrechnung mathematisch gesehen nicht stimmt, weil da mal dran rummanipuliert wurde, lassen die Maja-isten aussen vor. Denn sonst wäre ja ihr schöner Weltuntergang Makulatur.

Dann sind da noch diejenigen, die den Weltuntergang über die religiöse Schiene begründen wollen. Die ganz schlimmen Finger dieser Gruppe behaupten, dass vorher noch eine sehr, sehr schlimme Zeit komme, die so um die sieben Jahre dauere. Allerdings kommt diese Zeit nur für die Nichtgläubigen. Denn die Gläubigen werden vorher “entrückt”. Das heisst im Klartext, denen hilft “irgendetwas” dabei, wenn es darum geht, die Schwalbe zu machen. Aber nur und ausschliesslich den wahrhaft Gläubigen.

WER zu diesen wahrhaft Gläubigen zählt, darüber streiten sich jetzt ebendiese Gläubigen. Und die, die streiten sind jeweils die Wahrhaftigen und die mit denen sie darüber streiten, sind es dann nicht. Das Köstliche daran ist, dass beide Parteien für sich genug Bibelsprüche finden, die ihre jeweiligen Argumentationen, rein bibelspruchmässig gesehen, schlüssig erscheinen lassen.

Dass der Welt schon Dutzende von Malen und von ebenso vielen verschiedenen Untergangspropheten der Untergang erfolglos versprochen wurde, lässt die frommen Untergangsprediger kalt. Denn es ist doch so schön, wenn man sich darin sonnen kann, von wemoderwasauchimmer “entrückt” zu werden, während der Rest der Menschheit noch jahrelang Dreck frisst, um dann doch noch elendiglich zu Grunde zu gehen.

Und dann haben wir noch eine ganz besondere Spezies unter denen, die immer und immer wieder den Untergang heraufbeschwören. Das sind die Krisengewinnler. Die betreiben Webseiten mit Krisenshops, da wird Ihnen alles angeboten. Alles. Oder fast alles.

Von waffenscheinfreien, aber dennoch tödlichen Waffen wie Messer und Armbrust über extrem lange haltbares Wasser bis zu nicht verrottenden oder fast nicht verrottenden Lebensmitteln wird Ihnen ein Riesenprogramm angeboten. Für sauteures Geld, zu total überrissenen Preisen werden Ihnen Dinge angeboten, die Sie jetzt nicht brauchen, die Ihnen jedoch in der Krise, die heraufbeschworen wird, das Überleben garantieren soll.

Dem cleveren jeweiligen Anbieter hilft es dagegen hier und heute, sein Überleben zu sichern, denn er lebt prächtig davon, mit maximalen Margen zu kalkulieren und immer wieder Dumme zu finden, die bei ihm Dinge teuer erwerben, die sie anderweitig, allerdings ohne Krisengeschwafel, wesentlich billiger einkaufen könnten.

Dass der böse Bube, der Ihnen im Ernstfall mit seiner Bleispritze droht, die Birne runterzublasen, wenn sie ihm nicht sofort dies oder das aushändigen, am längeren Hebel sitzt als Sie mit Ihrem Armbrüstchen, weiss der Krisengewinnler zwar haargenau. Doch das kratzt ihn nicht.

Chinaconnection

02. September 2011

Das Zuhause von Wu Qing?

Meine Fresse. Das ist vielleicht ein Hammer. Das ist wirklich fantastisch. Gerade eben ist ein Mail reingekommen. Das ist ein wahnsinniges, unglaubliches, aber dennoch richtig tolles Mail. Es ist unbeschreiblich, wie gut ich mich fühle. Diese grenzenlose Freude in mir drin. Es zerreisst mich fast vor Glück. Denn ich bin gerade dabei, Multimillionär zu werden.

Es geht um 80 Millionen US-Dollar. Und die werden mir sozusagen auf dem Silbertablett serviert. Aber es kommt noch besser: Es handelt sich bei diesem, hoffentlich nicht 80-Millionen-Dollar Missverständnis um einen Absender, der äusserst prominent ist. Genauer gesagt um eine Absenderin. Ganz genau gesagt handelt es sich um Safia al-Gaddafi, die Ehefrau des in Libyen verschollenen Muammar al-Gaddafi.

Sie schreibt mir auf englisch, sie brauche dringend meine Hilfe. Sie sei derzeit in Algerien mit ihrer Tochter Aisha und ihren Söhnen. Ich solle ihr helfen, Investitionen in meinem Land, hier ist wohl die Schweiz gemeint, zu sichern. Es handle sich bei diesen Geldern um Investitionen, Fonds, die die NATO, die UN und der libysche Übergangsrat übersehen hätten. Da sieht man wieder einmal, was das für ein Deppenclub ist. Man kann doch nicht einfach 80 Millionen Dollar übersehen.

Je nun, ich kenne das ja aus anderen unsittlichen Angeboten, von denen man immer wieder mal hört. Da wird angeboten, Halbe-Halbe zu machen. Das wären für mich immerhin 40 Millionen Dollar. Auch wenn der Dollar inzwischen zur Weichwährung verkommen ist, bleibt da doch ein nettes Sümmchen übrig. Endlich müsste mein Weib nicht mehr putzen gehen und ich könnte meine minimale Rente ein wenig aufbessern. Zum Beispiel um einen Ferrari zu kaufen, in die Südsee zu reisen oder so.

Ja nun, nachdem ich ja gelesen habe, dass Gaddafis Frau mit der Tochter und zwei Söhnen in Algerien Asyl gekriegt hat, wird das wohl schon so stimmen. Und die Schweiz hat ja bisher über 500 Millionen blockiert. Die werden jetzt freigegeben. Für den Übergangsrat.

So nach dem Motto: Gaddafi hat das Geld seinem Volk gestohlen, die internationale Gemeinschaft hat es nun Gaddafi gestohlen und geben nun die ganze schöne Kohle dem komischen Verein, der sich Übergangsrat nennt. Und die werden, falls das Geld auch tatsächlich nach Libyen findet, genau wie in den vergangenen 40 Jahren die Gaddafis, ein klein wenig an das Volk abgeben und den grösseren Teil unter sich aufteilen.

Da darf dann für mich auch was freigegeben werden. Da brauch ich mich auch nicht zu schämen, wenn mich die überaus sympathische, herzallerliebste Safia al-Gaddafi zum Multimillionär machen will.

Und es ist ja so einfach: Ich brauch nur meinen vollständigen Namen, meine Anschrift, die Telefonnummer und die Faxnummer angeben. Ausserdem will sie noch eine Kopie meiner ID. So nennt man in der Schweiz die Identitätskarte. Sie teilt mir dann noch mit, dass alles “top secret” sei und deshalb aus Gründen der Sicherheit alles ausschliesslich als E-Mail-Korrespondenz läuft. Die E-Mail-Adresse ist eine Yahoo-Adresse. Mehr verrate ich nicht, sonst kommt mir noch einer zuvor.

Ach, das Leben kann so schön sein. Geld macht zwar nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Aber nun schaue ich mir das Mail noch einmal genauer an. Und da fällt mir auf, dass die angegebene Juhuuu-Adresse mit der in der Absenderzeile nicht übereinstimmt. Dort heisst es zwar auch Safia Gedhafi aber dann kommt so etwas wie ein Chinesenname. Da schreibt mir unter dem Namen “wuqing” einer, der behauptet, Safia zu sein. Vielleicht ist es ja ihr Finanzberater. Deshalb gehe ich dann noch auf die angegebene “www-seite”. Und dann staune ich nicht schlecht. Da kommt tatsächlich eine Chinesenseite und mein Flagfox sagt mir, dass die Seite aus Peking kommt.

Hat sich der verschwundene Muammar al-Gaddafi vielleicht nach China abgesetzt? Und dann gleich eingemeindet und einen chinesischen Namen angenommen? Wu Qing tönt auf jeden Fall anonymer als Muammar al-Gaddafi.

Tödliche Beleidigung – Satire

26. August 2011

Ein unanständiges Angebot

Der Sprecher des Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil erklärte vor Journalisten in einer Pressekonferenz, ein Geschäftsmann in Bengasi habe 2 Millionen libysche Dinar für die Festnahme oder den Tod Gaddafis ausgesetzt. Der Übergangsrat sichert darüber hinaus jedem, der Gaddafi festnimmt oder tötet, Straffreiheit zu. 2 Mio LYD sind ungefähr 1,136 Mio €, 1,3 Mio Franken oder 1,636 Mio US-$.

Es ist nicht auszuschliessen, dass Gaddafi derzeit nicht auffindbar ist, weil er sich in irgend einem Bunker erhängt hat. Nicht weil er Angst vor den Rebellen oder der Nato hat. Nein, er fürchtet weder die Ratten, noch die Kreuzritter noch sonst jemand. Der einzige Grund ist die Scham. Gaddafi schämt sich, weil die Summe, die auf ihn ausgesetzt wurde, eine einzige, riesige, unverschämte, tödliche Beleidigung darstellt.

Für Milosevic wurden seinerzeit um die 20 Millionen Dollar geboten. Auch Saddam Hussein durfte in dieser Grössenordnung ausgelobt werden. Und der gute alte Pornokönig Osama bin Laden brachte es sogar auf gegen 30 Millionen Dollar. Und da kommen diese Verräter und bieten lächerliche 2 Millionen Dinar. Für den Oberst, den Bruder Führer, den libyschen Landesvater. Das sind ja noch nicht einmal 10 Prozent! Das ist doch eine Riesengemeinheit. Das ist doch eine ausgesprochen freche Beleidigung. So eine Schande ist nur schwer zu ertragen.

Deshalb auch die Vermutung, dass Gaddafi sich schwer beleidigt vom Acker gemacht hat.

Was allerdings mehr zu denken gibt, als die lächerliche Summe, die da angeboten wird, ist die Tatsache, dass also jemand vor die Mikrophone der internationalen Medien treten darf und öffentlich einen Mordauftrag erteilt. Mit dazugehöriger Immunitätsgarantie.

Denn eines ist sicher, die Auftraggeber wissen zwar nicht, wo sich Freund Gaddafi aufhält, aber sie dürfen getrost annehmen, dass er sich nicht lebend verhaften lässt. Also sagen sie lebend oder tot. Und garantieren Straffreiheit. In der Hoffnung, dass jemand vom innersten Kreis Gaddafis den Verräter gibt und seinem Boss den Garaus macht. So etwas nennt man Anstiftung zum Mord. Und das wäre in Rechtsstaaten eigentlich genauso strafbewehrt wie der eigentliche Mord selbst.

Und anstatt dass die “Qualitätsmedien” nun einen Riesenwirbel machen, wird die Meldung ungerührt und unkommentiert gebracht. Gerade so, als hätte der Sprecher des Übergangsrates, Mustafa Abdel Jalil erklärt, dass die Banane krumm sei.

So langsam zeigen sowohl Nato als auch die Rebellenführer wes Geistes Kind sie sind und um was es im eigentlichen Sinne ging. Der Krieg ist noch nicht zu Ende und schon werden die Felle, hier die Ölfelle verteilt. Es wird angekündigt, dass China, Russland, Brasilien und Indien nicht mehr so berücksichtigt werden, wie bisher. Die Natoländer streiten sich schon darum welche Ölkonzerne wieviel vom Kuchen kriegen. Und die einzelnen Länder buhlen schon um Aufträge für den sogenannten Wiederaufbau.

Es stellen sich jedoch einige Fragen:

Erstens, solange Gaddafi und seine Angehörigen nicht gefunden sind, ist jederzeit mit weiteren Kriegshandlungen zu rechnen. Nur mit umgekehrtem Verhältnis. Da sind dann die “Getreuen” Gaddafis die Rebellen. Da ist dann mit recht unruhigen Verhältnissen zu rechnen. Der Irak und Afghanistan lassen grüssen.

Zweitens sind die Rebellen untereinander nicht einig, es ist also mit schwerem Chaos zu rechnen. Und das in jeder Beziehung. Und ziemlich lange. Auch von daher ist mit unruhigen Verhältnissen zu rechnen. Da nützt es wenig, wenn freie Wahlen in ein paar Monaten, nämlich dann wenn die Marionetten aufgestellt sind, versprochen werden.

Und drittens ist zu vermuten, dass sich weder Russland noch China ihre mehrere hundert Millionen schweren, libyschen Investitionen wegnehmen lassen. Diese Länder werden wohl darauf drängen, dass bestehende Verträge eingehalten oder erneuert werden. Und wenn dies nicht geschieht, dann werden diese Länder ihrerseits in Libyen eine “Flugverbotszone” einrichten. Und dazu brauchen sie noch nicht einmal ein UNO-Mandat. Sie haben die militärische Stärke um sowas auch ohne Mandat durchzuziehen.

Und dann? Das kann sich jeder selbst ausrechnen: Der Letzte macht das Licht aus.

Das Fell des Bären

24. August 2011

Der Bär und seine Söhne

Da wird nun also das Fell des Bären verteilt, obschon der Bär noch frei herumläuft. Wenn ich mich recht erinnere, war der seinerzeitige Überfall auf den Irak, wegen dessen militärischer Schwäche, bald einmal beendet. Die Amis konnten nicht eine einzige Massenvernichtungswaffe vorweisen. Der weltweite Aufschrei blieb selbstverständlich aus. Aber es dauerte immer noch 250 Tage, bis die Amis endlich Saddam Hussein aus einem Erdloch holen konnten. Dass derselbige dann in einem, ich nenne es mal Schauprozess, zum Tod verurteilt wurde, war ziemlich logisch. Die “Despoten” von den Amis auch gerne Bastarde genannt, enden in aller amerikanischer Regel so. Vor allem dann, wenn sie nicht mehr “die Bastarde der Amis” sein wollen.

Die derzeitige Kriegsberichterstattung über den gut getarnten Beutezug in Libyen, besser Kriegspropaganda genannt, beschert uns allerdings Schmankerln der ganz besonderen Art:

Da wird uns also berichtet, dass die Söhne Mohammed, Saadi und Saif al-Islam gefangen genommen seien. Dann stellt sich das Ganze, als von sämtlichen “Qualitätsmedien” übernommene Propaganda-Ente heraus. Saif al-Islam spaziert munter in Tripolis herum und die Propagandaspezialisten erklären nun, dass dieser Hurensohn höchstpersönlich diese Ente in die Welt gesetzt habe. Dass die anderen beiden Söhne Gaddafis ebenfalls nicht im Gewahrsam der bärtigen Kalaschnikovträger sind, wird schlicht und einfach kleingeredet.

Dafür wird jetzt Oberst Gaddafi zur “Kanalratte” ernannt. Niemand, niemand weiss, wo Gaddafi ist. Aber nun wird schlicht behauptet, er habe sich in seinem, von Schweizer Ingenieuren mitentwickelten, topmodernen Untergrundbunkersystem, das sich auf sechs oder sieben Etagen erstrecke, verkrochen. Die Schweizer verstehen halt was vom Bunkerbau. Die haben ja ihre Alpen durchlöchert wie einen Schweizer Käse. Und wenn Gaddafi genug Schweizer Käse und Anderes eingelagert hat, dann kann er es noch eine Weile aushalten.

Mit dieser Art Kriegspropaganda lässt sich relativ einfach vertuschen, um was für eine Stümperei es sich bei diesem gut getarnten Beutezug im Allgemeinen und um die angebliche Einnahme von Tripolis im Besonderen, handelt. Die Pick-Up fahrenden, Kalaschnikov tragenden, in die Kameras grölenden Bartträger gäbe es schon lange nicht mehr, wenn die Nato nicht Luftwaffe für die “Rebellen” spielen würde. Und bei einer Bevölkerungszahl von ungefähr sechseinhalb Millionen Menschen in Libyen kann man auch nicht von Bürgerkrieg reden, wenn ungefähr 15000 sogenannte Rebellen RambaZamba machen.

Gegen 20’000 Angriffe hat die Nato, wohlgemerkt nach eigenen Angaben, in den letzten fünf Monaten gegen libysche Ziele geflogen. Die Kollateralschäden, die dabei entstandenen sein müssen, werden schamhaft verschwiegen. Aber bei zugegebenen 20’000 Angriffen kann sich jeder leicht ausrechnen, in welch unvorstellbaren Grössenordnungen diese Kollateralschäden liegen müssen. Bei der Zahl, die dabei herauskommen würde, wäre dann die, politisch vielleicht nicht ganz korrekte, aber dafür um so richtigere Bezeichnung, Massenmord.

Wenn man es aber Massenmord nennen würde, was da derzeit in Libyen und möglicherweise demnächst noch in anderen arabischen Ländern abläuft, dann wären die Herren Obama, Sarkotzi und Cameron keinen Faden besser als der Massenmörder Gaddafi, der unter anderem Lockerbie angeordnet hatte. (Was von den vereinigten Gutmenschen gerne verdrängt wird).

Wenn man es jedoch genau überlegt, dann ist ja dieser Angriffskrieg für die Nato und damit für die westliche Welt in mehrfacher Hinsicht geradezu genial:

Ersten hat die Nato ihre militärischen Antiquitäten auf eindrückliche Art und Weise entsorgt.

Zweitens werden nun neue Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie geschaffen, weil ja der entsorgte Rüstungsschrott wieder nach neuesten Erkenntnissen ersetzt wird.

Und Drittens muss, wenn der Krieg dann vorbei ist, nicht wie von Gaddafi angedroht, das Öl mit Gold bezahlt werden. Die kleinen, wertlosen grünen Papierchen, die seit Jahrzehnten beliebig aus amerikanischen Druckerpressen laufen, tun es dann wieder.

Summasummarum, ein klassischer Fall von Demokratisierungsprozess.

“Yes, we can!”

Sauberer Strom – Satire

18. August 2011

Die Farben des Stroms

Vor ein paar Jahren, es ging um eine Flugreise, fragte die nette Dame vom Reiseanbieter, ob wir eine Spende machen würden für den Umweltschutz. Auf meine Frage, wie das denn gehen solle, meinte sie, dass wir einen Zuschlag bezahlen sollten. Ein sogenanntes Umweltzertifikat erwerben. Genau gesagt ging es um den neuen Ablasshandel, den Handel mit Emissionszertifikaten. Einer der Hauptprofiteure dieses gigantischen Schwindels ist beispielsweise der gute Al Gore, der am meisten dadurch auffällt, dass er nach dem bekannten Motto lebt: “Wasser predigen und Wein trinken”.

Ich fragte dann die Dame, ob sie etwa im Ernst glaube, dass der Flieger weniger Dreck in Atmosphäre abgäbe, wenn ich ihr mehr Geld in die Hand drücken würde. Sie babbelte dann noch ein wenig sinnloses Zeug bis ich ihr sagte, das sei reiner Blödsinn und von mir bekäme niemand auch nur einen müden Franken für diesen gigantischen Umweltschwindel. Daraufhin war die nun nicht mehr ganz so nette Dame dann doch sehr pikiert.

Nun, die Klimaschwindler die uns vorlügen, dass sich die Erde erwärmt wegen den menschlichen Emissionen und dass dies nur durch den Erwerb von derartigen Zertifikaten besser würde, haben inzwischen sogar noch dazugelernt. Da sie über eine mächtige Lobby verfügen, wird jeder, der ihren Schwindel nicht glaubt oder gar wagt, ihnen zu widersprechen, sofort zum Klimaleugner ernannt. Das erinnert dann schwer an Holocoustleugner. Wahrscheinlich geht es nicht mehr lange, dann versuchen die Brüder, das Nichtwahrhabenwollen der Klimaerwärmung strafbar zu machen.

In der Zwischenzeit erfinden sie jedoch fortlaufend neue Abgaben, die alle mit dem angeblich steigenden Klima und der emissionsbedingten Umweltverschmutzung zu tun haben. Jetzt gibt es landauf und landab neue Steuern mit teilweise recht putzigen Namen. In der Schweiz hat beispielsweise der damalige Verkehrsminister Moritz Leuenberger zum Beispiel den Klimarappen eingeführt. Das brachte ihm dann im Volk den liebevollen Übernamen Klimarappenmoritz ein.

Auch in Sachen Strom wird beherzt gehandelt. Zur Verdummung des Volkes und zur Beruhigung der vereinigten Gutmenschen wird nun unterschieden zwischen sauberem Strom und nicht ganz so sauberem Strom. Der saubere Strom wird dann grüner Strom genannt. Der weniger saubere wird dann einfach Strom oder auch Atomstrom genannt. Und der ganz dreckige Strom, der in den Kohlekraftwerken erzeugt wird, der wird dann Dreckschleuderstrom oder so ähnlich genannt.

Allerdings findet hier seit einiger Zeit ein Umdenken statt. Es wird in gewissen Kreisen erwogen, den Strom aus Kohlekraftwerken ein wenig zu rehabilitieren und dafür den Atomstrom in die Bösebubenecke zu stellen. Da macht auf einmal auch das Wort Kostenwahrheit die Runde. Denn der angeblich so saubere und so günstige Atomstrom wäre ja nicht so günstig, wenn Kostenwahrheit zum Tragen käme. Der wäre ja dann so richtig teuer. So bei 2 Franken das Kilowatt.

Aber wie auch immer: Der grüne Strom ist natürlich teurer als der weniger saubere Strom. Sogar ganz wesentlich teurer. Deshalb findet er in der Regel nur bei ganz besonders umweltgeschädigten Nachhaltigkeitsfanatikern Absatz. Grossverbraucher denken nicht daran, für die Farbe des Stromes höhere Preise zu bezahlen. Im Gegenteil: Die kriegen sogar wesentlich günstigere Preise als Otto Normalverbraucher.

Jetzt ist es aber leider so, dass keiner dem Strom ansieht, woher er kommt. Man kann es auch nicht messen. Und wenn man eine Stecknadel beispielsweise in die Steckdose reinsteckt, ist der Schlag, den man bekommt, nicht grün oder dreckig sonder einfach nur schmerzhaft. Das dachte ich zumindest bisher. Allerdings habe ich da die Rechnung ohne den Wirt, der in diesem Fall die Bezeichnung Schweizer Bundesrat trägt, gemacht:

Als ich heute morgen kurz in den Teletext reinschaute, traute ich erst mal meinen Augen nicht. Dann fing ich an zu lachen bis meine Angetraute fragte, warum ich so früh am morgen schon so laut lache, wo doch die halbe Welt in die Binsen gehe.

Darum las ich ihr laut vor was da stand:

“Stromkennzeichnung künftig Pflicht

Stromanbieter müssen ab 1. Oktober die Herkunft des Stroms genau deklarieren. Der Bundesrat hat der Revision von zwei Energieverordnungen zugestimmt.

Heute stammen durchschnittlich 20% des Stroms aus Schweizer Steckdosen aus nicht überprüfbaren Energieträgern, wie das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation schreibt. In Einzelfällen seien es sogar über 90%.

Deklarieren müssen Stromanbieter heute Anteile am Strommix von über 20%. Neu müssen die Anbieter bei der Deklaration alle vorhandenen Nachweise verwenden. Zudem müssen alle Produktionsanlagen erfasst werden.”

Da haben es doch die Brüder und Schwestern aus dem Departement des ehemaligen Umweltschützers Klimarappenmoritz tatsächlich fertiggebracht, eine Münchhauseniade aller erster Güte zu produzieren. Und der Bundesrat segnet das auch noch ab. Wobei nicht gesagt wird, ob da jetzt der Gesamtbundesrat in geistige Umnachtung gefallen ist, oder nur die Nachfolgerin vom Klimarappenmoritz, die neue Vorsteherin. Die über alles geliebte Glubschaugentante Doris.

Immerhin hat dieselbe doch verlauten lassen, dass man in ihrem Departement auch darüber nachdenke, die Umweltverschmutzung zu senken, indem man eine Wohnraumbeschränkungssteuer einführt. Im Klartext, wer mehr als eine bestimmte Anzahl Quadratmeter bewohnt, solle künftig eine Sondersteuer berappen. Da waren die Aktionen vom Moritz, der auch gerne Wasser predigte, um selber Wein zu trinken, direkt amateurhaft.

Die Herkunft des Stromes sei genau zu deklarieren. Von nicht überprüfbaren Energieträgern ist die Rede. Nachweise seien zu erbringen. Das riecht verdammt stark nach einer neuen Steuer die da vorbereitet werden soll. Anstatt nur die dämlichen Grünstromzahler abzuzocken, werden dann alle diejenigen, die sich bisher geweigert haben, für nicht messbaren grünen Strom mehr zu bezahlen, mit einer Strafsteuer belegt. Je dreckiger der Strom, desto höher dann die Steuer.

WIE man das dann misst, wurde natürlich noch nicht genau erläutert. Aber da wird dann von den vereinigten, steuersuchenden Beamtenhirnen schon noch etwas kommen. Die lassen sich dann schon was einfallen. Jetzt muss erst mal die Reaktion der Bevölkerung abgewartet werden. Wenn die nicht allzu negativ ausfällt, kann man die nächsten Schritte in weitere Verordnungen verpacken.

Aber denkt dran Jungs, wenn ihr die Verordnung schreibt:
Das Ablaufdatum nicht vergessen!

Manchmal küsst die Muse nicht

15. August 2011

Schiessprügelhalter

Sie können einem schon leid tun, die Lohnschreiber. Wenn einen die Muse nicht küsst, dann artet die ganze Schreiberei doch in Knochenarbeit aus. Dann fällt einem ums Verrecken nichts Gescheites ein und trotzdem muss man sein Tagessoll abliefern. So zumindest sieht es manchmal aus, wenn man den Blätterwald der Qualitätsmedien so überfliegt.

Da haben doch die Journis in einem ganz, ganz, ganz wichtigen Magazin nichts mehr Besseres zu schreiben gewusst, als dass der Attentäter von Norwegen bei seinem Massenmord nicht nur junge Menschen umgebracht hat, sondern gleichzeitig auch noch ein Video gedreht hätte. Und dass jetzt die Polizei die Insel nach eben diesem Video absuchen würde. Nein, nicht nach der Kamera, nach dem Video suchen die. Da ist ein Versuch bei YouDubel ja noch erfolgsversprechender.

Ja, ja, dieser Attentäter, dessen Namen ich nicht nennen werde, um ihm nicht noch mehr Publicity zu geben, dieser Herr Attentäter kann halt mehr als nur Brot essen. Da hat er doch so ein Gewehr dabei, ein Riesending das man einhändig gar nicht bedienen kann, und eine Pistole hat er auch noch dabei und jetzt auch noch die Videokamera. Die hat der Vierarmige Bandit dann offenbar weggeschmissen oder auch nur das Video, bevor er der Polizei per Handy mitgeteilt hat, dass er sich nun ergeben wolle. Das habe ich allerdings aus einem anderen Medium. Aber auch von der Qualitätspresse.

Oder die Berichterstattung über die englische Randale. Zuerst sind es auf jeden Fall alles asoziale Elemente, die da am randalieren, demolieren und plündern sind. Das seien keinesfalls soziale Unruhen, die da aus welchen Gründen auch immer, entstanden seien. Nein, Asoziale seien das. Und die würden dann auch die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Und weil asozial nicht reicht, wird dann noch ein grober Keil drauf gesetzt.

Dann sind es auf einmal nicht nur asoziale Elemente sondern Nachwuchs polizeibekannter Familien, die sich per BlackBerry absprechen, wo sie was kaputtmachen, ausräumen oder abfackeln wollen. Jawoll. Kriminelle. Einknasten muss man die. Sie sehen, welcher Wortschatz da schon erprobt wird, wenn dann hierzulande echte soziale Unruhen entstehen. Solche, aus der Not geborene. Dann sind das alles Verbrecher, die sofort in die Kiste müssen. Zur Not kann man das Gesindel dann auch erschiessen.

Und dann, sozusagen als Sahnehäubchen, sind das plötzlich nicht mehr Asoziale, nicht mehr Kriminelle, nicht mehr Lustrandalierer. Dann sind das auf einmal ganz normale Leute. Lieschen Müller und Otto Armleuchter von nebenan. Und eine Millionärstochter soll auch dabei gewesen sein. Und sonst noch Leute aus allen Gesellschaftsschichten. Doch, doch, doch. Das habe ich aus dem ganz, ganz, ganz wichtige Magazin, das früher mal ein Augenstein oder so, gegründet haben soll.

Was auch mächtig fasziniert, ist die Kriegsberichterstattung über die unrechtmässigen Angriffe der Nato in Libyen. Und damit mich bitte keiner falsch versteht, ich gehöre ausdrücklich NICHT zu den Gutmenschen, die den Massenmörder Gaddafi und seine arrogante Brut in verklärtem Zustand sieht. Im Gegenteil.

Aber das, was derzeit in Libyen abläuft, hat mit einer Flugverbotszone nach UN-Artikel 1978 sehr wenig und mit einem illegalen Angriffskrieg sehr viel zu tun. Notabene mit einem Angriffskrieg, der mit massiven Kollateralschäden einhergeht.

Kollateralschaden ist das beschönigende Wort, wenn eine Bombe Zivilisten tötet. Mord wäre der richtigere Ausdruck. Aber das wäre politisch wohl nicht ganz korrekt. Schliesslich sind das nicht irgendwelche Mordbuben, die die Angriffe fliegen, sondern Amerikaner, Engländer, Franzosen um nur einige zu nennen. Die Nato eben.

Und das, was in den Medien über diesen Krieg gebracht wird, oder dann auch wieder nicht, hat mit einer anständigen Berichterstattung sehr wenig, dafür aber mit vorgegebener Kriegspropaganda sehr viel zu tun. Dass diejenigen, die diese Kriegspropaganda vorgeben, und die Journis, die diese Vorgaben willig erfüllen, die Adressaten ihrer journalistischen Schmutzarbeit für Volltrottel halten müssen, sei hier nur am Rande erwähnt.

Ja, das Leben ist hart, wenn du als Lohnschreiber im Sommerloch steckst und die Muse dich nicht küsst.